Telekommunikation: Abschreibungen trüben Telefonica-Bilanz – Dividende halbiert
Madrid/Frankfurt. Erneute Abschreibungen haben Telefónica ein Quartalsergebnis unter Markterwartungen eingebrockt. Der neue Konzernchef Marc Mutra stellte am Dienstag zudem seine neue Strategie und die mittelfristigen Ziele vor: Das spanische Unternehmen will ab dem kommenden Jahr unter anderem die Dividende auf 0,15 Euro je Aktie halbieren. Die frei werdenden Mittel würden zum Abbau des Schuldenberges genutzt.
Bis 2028 prognostizierte die O2-Mutter zudem einen Anstieg bei Umsatz und Gewinn zwischen 1,5 und 2,5 Prozent. Dieses Wachstum werde sich in den darauffolgenden Jahren voraussichtlich auf 2,5 bis 3,5 Prozent beschleunigen.
Im dritten Quartal schrumpften Umsatz und operativer Gewinn wegen negativer Wechselkurseffekte um jeweils etwa 1,5 Prozent auf 8,96 beziehungsweise 3,07 Milliarden Euro, wie Telefonica weiter mitteilte. Das Nettoergebnis aus fortgeführtem Geschäft liege bei 271 Millionen Euro. Darin enthalten sei eine 247 Millionen Euro schwere Abschreibung auf die Sparte Telefónica Tech. Analysten hatten einen Reingewinn von 418 Millionen Euro erwartet.
In Deutschland gingen Umsatz und Betriebsergebnis um 6,6 beziehungsweise 9,5 Prozent zurück. Der Grund hierfür war erneut die Abwanderung der 1&1-Kunden. Die Tochter von United Internet hatte jahrelang die Infrastruktur von Telefónica genutzt. Inzwischen baut das Unternehmen ein eigenes Mobilfunknetz auf. In Gebieten ohne eigene Sendemasten setzt es auf das Netz von Vodafone.
Telefónica befindet sich mitten in einer Transformation. In den vergangenen Monaten hatte sich das Unternehmen aus mehreren lateinamerikanischen Märkten zurückgezogen. Die Töchter in Chile und Kolumbien stehen ebenfalls zum Verkauf. Parallel dazu sollen einem Zeitungsbericht zufolge im laufenden Jahr mindestens 6000 Stellen in diversen Geschäftsbereichen wegfallen. Der Personalbestand solle wie im vergangenen Jahr vorwiegend über Abfindungsprogramme reduziert werden. Derzeit beschäftigt der spanische Konzern weltweit etwa 100.000 Menschen.