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Technologie„KI-Modus“ für Google-Suche kommt nach Deutschland und Europa

Googles Internetsuche entwickelt sich immer stärker zu einem KI-Assistenten. Auf Nutzer und Webseitenbetreiber kommen damit große Veränderungen zu.Philipp Alvares de Souza Soares 08.10.2025 - 01:41 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Sundar Pichai: Der Google-Chef fürchtet um die Dominanz seiner Suchmaschine. Foto: AFP

San Francisco. Google führt den neuen „KI-Modus“ für seine Internetsuche nun auch in Deutschland ein. In der Nacht zum Mittwoch schaltete der Konzern die neuen Funktionen zusätzlich in mehr als 40 weiteren Ländern frei, darunter Österreich und die Schweiz, Spanien, Italien, Schweden und Polen sowie Thailand und Vietnam.

Google setzt damit noch stärker auf Künstliche Intelligenz (KI) als bislang: Nutzer können im KI-Modus mit der Suchmaschine chatten, ihr komplexe Fragen stellen, nachhaken und konkrete Hinweise hinsichtlich der gesuchten Antworten geben. Dafür öffnet der Nutzer eine separate Suchmaske, die an KI-Assistenten wie ChatGPT oder Gemini erinnert. Bisherige Neuerungen basierten hingegen auf einer Erweiterung der klassischen Suche.

Der KI-Modus war im Mai zunächst in den USA und später in Großbritannien und Indien gestartet worden. Die Suche werde „komplett neu aufgestellt“, sagte Google-Chef Sundar Pichai. Mitte August hatte Google den „AI Mode“ dann in weiteren 180 Ländern aktiviert.

Hintergrund ist die Bedrohung durch Konkurrenten wie OpenAI oder Perplexity, die mit ihren KI-Diensten schnell Millionen Menschen begeistern konnten. Das Google-Management um Pichai fürchtet, dass vor allem junge Nutzer auf Dauer an die Wettbewerber verloren gehen könnten, da sie anders im Internet recherchieren als ältere Generationen.

Die neue Funktion kann bei der normalen Suche auf Google.com aktiviert werden. Die Funktion erscheint als Auswahlmöglichkeit in einem zusätzlichen Reiter („Tab“) neben den bekannten Optionen wie Alles, Bilder, Bücher, Videos und Nachrichten. Es kann einige Tage dauern, bis der neue Reiter mit dem KI-Modus erscheint, weil Google seine Server nicht gleichzeitig aktualisiert.

Quellen mit Fußnoten sichtbar

Bislang hatte Google bei bestimmten Themen eine sogenannte „Übersicht mit KI“ angeboten, unter der aber auch weiterhin Links und bezahlte Werbung zu sehen waren. Diese KI-Übersicht wird auch künftig erscheinen. Wenn man den KI-Modus auswählt, verschwinden die langen Link-Listen.

Dafür erscheint eine besonders ausführliche Antwort auf die gestellte Frage, die mitunter kleinen Reports ähnelt. Beispielsweise kann der KI-Modus Reiseplanungen oder individualisierte Rezepte komponieren.

Die Herkunft der Informationen wird zum Teil mit einer Art Fußnote offengelegt, die einen Link enthält. Die drei wichtigsten Quellen werden in drei kleinen Kästchen in einer Spalte rechts auf dem Bildschirm präsentiert. Mittelfristig soll auch in die KI-Antworten Werbung integriert werden.

Smartphone mit Googles AI-Mode: Komplexe Fragen, ausführliche Antworten. Foto: Archive Photos/Getty Images

Für die neue Funktion verwendet Google eine spezielle Version seines neusten KI-Modells Gemini Pro 2.5, das in der Lage sein soll, ohne die üblichen langen Wartezeiten zu antworten. „Anwender können differenzierte Fragen stellen, die früher mehrere Suchvorgänge erfordert hätten“, sagte Hema Budaraju, Vizepräsident bei Google, zur Einführung in Großbritannien.

Google-Vertreter hatten bereits in der Vergangenheit betont, dass sich das Nutzerverhalten durch die neuen Möglichkeiten ändere. Sie stellten längere, komplexere Fragen und würden mehr Zeit in der Suchmaske verbringen. Unklar bleibt, wie oft Nutzer dabei noch auf die Links mit den Quellen klicken und die Ursprungswebsites besuchen. Für die Zukunft des Internets ist dieser Punkt besonders relevant: Die weitergeleiteten Besucher sind für viele Webseitenbetreiber überlebenswichtig.

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Google macht hierzu keine Angaben und spricht lediglich von Klicks mit „höherer Qualität“, da der KI-Modus mehr Kontext biete. Wahrscheinlich ist, dass die vermittelten Klicks weiter sinken. Bereits die Einführung der KI-Übersichten hatte dazu geführt, dass die Besucherzahlen vieler Websites teilweise stark einbrachen, da Nutzer wesentliche Teile der gesuchten Informationen nun in der Google-Suche vorfinden.

US-Verlegerverbände wie die News Media Alliance warnen vor schwerwiegenden Konsequenzen. Medien wie „Business Insider“ oder „The Atlantic“ bereiten sich auf eine Zukunft unabhängig von Google vor.

Zumal die Fähigkeiten des AI-Mode weiter ausgebaut werden. Die Google-Suche soll sich auf Wunsch etwa mit den persönlichen E-Mails und Terminen der Nutzer verbinden können, um den „persönlichen Kontext“ zu berücksichtigen, hieß es auf Googles Entwicklerkonferenz I/O im Mai. Außerdem soll sie künftig Veranstaltungstickets oder Restaurantreservierungen bei mehreren Anbietern recherchieren und selbstständig buchen können.

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In den USA ist es seit September möglich, mit dem KI-Modus Bilder zu durchsuchen oder sich diese erstellen zu lassen. Auch Infografiken wie Aktiencharts kann die Funktion seit Kurzem generieren.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa.

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