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Coronavirus Schlüsselland in der Chipkrise: Foxconn und TSMC versorgen Taiwan mit Impfstoff

Die beiden Technologiekonzerne kaufen zehn Millionen Impfstoffdosen bei Biontech. Von dem Deal profitieren indirekt auch die deutschen Autobauer.
12.07.2021 Update: 12.07.2021 - 16:26 Uhr Kommentieren
Nur rund 0,3 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geschützt. Quelle: AP
Passanten in Taipeh

Nur rund 0,3 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geschützt.

(Foto: AP)

München Die Technologiekonzerne Foxconn und TSMC kaufen zusammen zehn Millionen Dosen Corona-Impfstoff, um Taiwan damit zu versorgen. Das teilten die Unternehmen am Montag mit. Der rund 300 Millionen Dollar schwere Deal ist auch für die deutsche Autoindustrie bedeutend: Die Insel ist einer der wichtigsten Lieferanten von Halbleitern weltweit.

Seit Monaten sind die Bauelemente knapp, weltweit stehen deshalb zahlreiche Autofabriken still. Nur wenn Taiwan die Pandemie in den Griff bekommt, wird sich die Lage nicht noch weiter verschlimmern.

Biontech werde direkt aus Deutschland liefern, so die beiden Firmen, die den Impfstoff dem Gesundheitsministerium spenden wollen. Der werde allerdings nicht vor Ende September eintreffen.

Die taiwanische Regierung hat bisher erfolglos versucht, den Impfstoff der Mainzer Firma direkt zu kaufen. Sie hatte China vorgeworfen, dass eine Vereinbarung, die schon zu Jahresbeginn unterzeichnet werden sollte, auf Druck der Volksrepublik scheiterte. China, das Taiwan als abtrünnige Provinz betrachtet, hatte die Darstellung zurückgewiesen. Wegen China ist Taiwan auch aus der Weltgesundheitsorganisation ausgeschlossen.

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    TSMC ist von unschätzbarem Wert für Kunden weltweit: Es ist der mit Abstand größte Auftragsfertiger der Chipindustrie und verfügt über die modernsten Produktionsverfahren der Erde. Die am höchsten integrierten Halbleiter stammen zu mehr als 90 Prozent aus dem Inselstaat.

    Die beiden führenden Autochiphersteller, der Münchener Dax-Konzern Infineon sowie NXP aus den Niederlanden, lassen bei TSMC produzieren. Der größte Abnehmer ist allerdings Apple. Die iPhones, PCs und Notebooks des kalifornischen Konzerns wiederum baut Foxconn zusammen.

    Jede Unterbrechung bei TSMC wäre eine Katastrophe

    Taiwan verzeichnet derzeit zwar wenig Infektionen. Aber die Impfquote ist gering, das Risiko eines Corona-Ausbruchs daher hoch: Nur rund 0,3 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geschützt, rund 15 Prozent haben die Erstimpfung hinter sich. Damit hinkt Taiwan Industrieländern wie Deutschland oder den USA deutlich hinterher.

    „Biontech ist erfreut, auch die Menschen in Taiwan mit Impfstoffen, die in der Europäischen Union hergestellt wurden, beliefern zu können“, erklärte Vorstandschef Ugur Sahin. Biontechs chinesischer Vertriebspartner Shanghai Fosun Pharmaceutical bestätigt die Vereinbarung

    Die Werke von TSMC sind schon seit dem vergangenen Jahr voll ausgelastet. Der Umsatz ist im zweiten Quartal um ein Fünftel auf 13,3 Milliarden Dollar geklettert. Jede Unterbrechung der Produktion wäre für die Kunden eine Katastrophe, kommen sie doch mit den Bestellungen schon heute nicht mehr nach.

    Im Mai sei die durchschnittliche Lieferfrist für Halbleiter weltweit auf 18 Wochen geklettert, so die Experten der Susquehanna Financial Group. Das seien sieben Tage mehr als noch im April.

    TSMC investiert deshalb kräftig: Innerhalb von drei Jahren will der Halbleiterhersteller 100 Milliarden Dollar in Anlagen und in Forschungseinrichtungen stecken. Die 150 Millionen Euro, die der Konzern jetzt für die Impfstoffe aufwendet, fallen da kaum ins Gewicht.
    Mit Agenturmaterial

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