Apotheken: Gemeinsame Zukunft statt gegenseitiges Bashing
Berlin. Die Empörung der Apothekerverbände über Günther Jauch ist groß. Der beliebte Moderator wirbt derzeit in Fernsehspots und auf Plakaten, zum Beispiel an Bushaltestellen, für eine große Onlineapotheke. Damit befeuere er das Apothekensterben, lautet der Vorwurf. In den sozialen Medien kursiert der Hashtag #seikeinjauch.
Oliver Scheel kann das nicht nachvollziehen. Er führt seit April 2021 die Geschäfte bei der Gruppe Apo.com, vormals Apologistics-Gruppe. Sie betreibt unter anderem die Onlineapotheken Apodiscounter und Apo.com. „Wir sind mehr als eine Onlineapotheke“, sagt Scheel, nämlich: „Ein Health-Tech-Unternehmen, das innovative digitale Lösungen für die Medikamentenversorgung vorantreibt“.
Wer Onlineapotheken dafür verantwortlich mache, das Vor-Ort-Apotheken schließen müssen, verkenne die Realität: Die digitale Transformation sei in vollem Gange, und viele vor allem junge Menschen zögen eine Onlinebestellung dem Gang in die Apotheke vor. Auch, weil Onlineapotheken nicht-verschreibungspflichtige Arzneien und andere Apotheken-Produkte wesentlich günstiger anbieten könnten.
Statt sich gegenseitig die Verantwortung für die Probleme der Branche zuzuschieben, plädiert er dafür, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und nach einer Lösung suchen, „wie Online- und Vor-Ort-Apotheken gemeinsam die Zukunft der Arzneimittelversorgung gestalten können“.