Digitale Früherkennung: Die Mehrheit der Deutschen ist offen für Heimtests
Berlin. 59 Prozent der Menschen in Deutschland wären bereit, Früherkennungstests zu Hause durchzuführen, wenn diese von den Krankenkassen angeboten würden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse, die dem Handelsblatt vorab vorliegt. 2060 Personen haben daran teilgenommen.
SBK-Vorständin Gertrud Demmler sieht darin großes Potenzial: „Sie erleichtern den Zugang zur Vorsorge, steigern die Teilnahmebereitschaft und entlasten Arztpraxen.“
Teilnahme lässt zu wünschen übrig
Tatsächlich ist die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen in Deutschland ausbaufähig. 2023 nutzten laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes nur etwa 28 Prozent der gesetzlich Versicherten den kostenlosen Gesundheits-Check-up ab 35 Jahren. Nach einem pandemiebedingten Tief 2020 (20 Prozent) stieg die Quote zunächst leicht, sank 2023 jedoch wieder.
Auch bei der Krebsvorsorge gibt es Nachholbedarf. Laut einer AOK-Umfrage von 2023 nehmen etwa 56 Prozent regelmäßig teil – Frauen deutlich häufiger als Männer. Besonders hoch ist die Teilnahme bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (70 bis 75 Prozent).
Bei der Darmkrebsvorsorge stehen zwei Optionen zur Verfügung: die Darmspiegelung und der nicht-invasive FIT-Stuhltest (FIT, Fecal Immunochemical Test). Eine Darmspiegelung gilt als wichtigstes Instrument der Darmkrebsfrüherkennung, weil sie die höchste Treffsicherheit hat. Zudem können Krebsvorstufen direkt während der Untersuchung entfernt werden, sodass das Erkrankungsrisiko sinkt.