Essay: Die Welt steht vor einer Dekade technologischer Durchbrüche
Wer wird in der Wirtschaft der Zukunft noch eine relevante Rolle spielen?
Foto: HandelsblattEs ist immer heikel, Katastrophen miteinander zu vergleichen. Das gilt auch für die Spanische Grippe vor gut einem Jahrhundert – und die Verheerungen, die die Corona-Pandemie in den vergangenen eineinhalb Jahren angerichtet hat. Es spricht aber einiges dafür, dass die Zeit, die nun beginnt, die Zwanzigerjahre, eine ähnliche Phase des Aufbruchs und der technologischen Durchbrüche sein wird, wie sie die Menschheit in den 1920er-Jahren erlebt hat.
Damals wurde das Penicillin entdeckt, elektrische Geräte eroberten die Haushalte, der Tonfilm und die ersten Radiosendungen revolutionierten die Unterhaltungsbranche.
Nun steht die Welt erneut vor einer Dekade technologischer Disruptionen, unter anderem in der Medizin, der Ernährung, der Raumfahrt und beim Einsatz von Robotern. Die anstehenden Veränderungen werden bekannte Geschäftsmodelle infrage stellen, neue möglich machen und damit ganze Branchen erschüttern. Und womöglich, auch das zeichnet sich ab, werden sie das Leben von Milliarden Menschen verändern.
Die vergangenen Jahre wurden von Technik-Apologeten immer wieder als verlorene Ära bezeichnet: Sprachassistenten sorgen immer noch für Verwirrung im Alltag ihrer Nutzer. Autos steuern immer noch nicht – wie von Elon Musk versprochen – autonom durch die Städte. Und die bekanntesten digitalen Innovationen der vergangenen Jahre waren die Zeittotschläger Youtube, Facebook und Twitter. „Wir wollten fliegende Autos“, lästerte Paypal-Mitgründer Peter Thiel 2011, „aber wir bekamen 140 Zeichen.“