Übernahme im Handel: Migros schluckt Supermarktkette Tegut
Der Name bleibt: Das Traditionsunternehmen Tegut gehört künftig zu Migros.
Foto: dpaZürich. Die Schweizer Handelsriese Migros wagt sich auf den umkämpften deutschen Lebensmittelmarkt und übernimmt die Filialen der Kette Tegut. Der Kauf beschränke sich auf das Handelsgeschäft, erklärten die Partner am Donnerstag in Zürich. Das Industrie- und Landwirtschaftsgeschäft von Tegut bleibe in den Händen der Gründerfamilie Gutberlet. Den Kaufpreis gaben die Partner nicht bekannt.
Die „Lebensmittel Zeitung“ (LZ) hatte kürzlich berichtet, die Geschäftslage von Tegut gelte als angespannt, er suche schon seit längerem nach einem Investor. Allerdings hatte Tegut-Vorstandschef Thomas Gutberlet noch vor drei Wochen alle Berichte über einen anstehenden Verkauf dementiert. Die Kette betreibt in Hessen, Thüringen und Bayern rund 300 Filialen und hat 6.300 Mitarbeiter. Der Umsatz belief sich im vergangenen Jahr auf 1,16 Milliarden Euro.
Der Firmenname Tegut soll in Deutschland erhalten bleiben. Das Sortiment der Tegut-Märkte könnte nach Ansicht von Branchenexperten aber erweitert sowie an das der Migros angepasst werden. Mit dem Kauf sind Wachstumspläne in Deutschland verbunden. „Wir machen zuerst Tegut fit für die Expansion“, sagte Migros-Geschäftsführer Jörg Blunschi. Es sei möglich, aus dem Tegut-Stammgebiet herauszuwachsen. Der Schweizer Konzern selbst betreibt in einigen Orten in Baden-Württemberg Märkte.
Die Lebensmittelkette Unternehmen war 1947 von Theo Gutberlet unter dem Namen Thegu gegründet worden, den er aus seinem Vor- und Nachnamen ableitete. 1955 erfolgte die Änderung in Tegut. Der heutige Tegut-Chef Wolfgang Gutberlet erklärte, er fühle sich bei der Führung des hessischen Traditionsunternehmens den Grundsätzen von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler verpflichtet. Die Unternehmensphilosophie beider Handelsunternehmen sei sehr ähnlich.
Der Schweizer Einzelhandel-Marktführer Migros setzt mit der Übernahme von Tegut nach den Worten seines Präsidenten Edi Class eine Strategie des Wachstums im Ausland fort. „Expansion in der Schweiz ist für die Migros nur noch bedingt möglich“, sagte er in Zürich. Zugleich wachse der Lebensmittelhandel in Deutschland stärker als in der Schweiz. Der Konzern, der Märkte in der gesamten Schweiz sowie im grenznahen Ausland unterhält, ist ein Zusammenschluss verschiedener Unternehmensformen – Genossenschaften, Aktiengesellschaften und Stiftungen. Diese „Migros-Gemeinschaft“ wird als Gesamtheit durch den Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) mit Sitz in Zürich vertreten.
Saftig, knackig, gesund? Obacht, meint die Umweltorganisation Greenpeace, denn frisches Obst und Gemüse enthält nicht nur viele Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe, sondern bringt auch unerwünschte Substanzen auf den Tisch. Das ergab eine aktuelle Auswertung von mehr als 22.000 Proben der deutschen Lebensmittelüberwachung aus den Jahren 2009 und 2010. Die Ergebnisse, in einem Einkaufsratgeber für Obst und Gemüse zusammengefasst, sind nicht immer appetitlich...
Foto: apPaprika
Auch wenn momentan darüber diskutiert wird, dass Bio-Lebensmittel nur wenig gesünder als konventionelles Essen sind: Sicher ist, dass sie bei der Belastung mit Pestiziden deutlich besser abschneiden. Die Auswertung von Greenpeace hat ergeben, dass vor allem Paprika aus der Türkei die gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen besonders häufig überschreitet. Über 20 Pestizide fanden die Experten in dem Gemüse. Das Online-Magazin „Utopia“ berichtet davon, dass beim Paprikaanbau oft die gefährliche Chemikalie Ethephon verwendet wird, um das Gemüse schneller einzufärben. Im menschlichen Körper soll Ethephon wie ein Nervengift wirken.
Foto: dpaTafeltrauben
Auch Tafeltrauben aus der Türkei enthalten im Schnitt zu viele Pestizide. Darauf weist neben Greenpeace auch das Bundesamt für Verbraucherschutz hin. Nicht selten lassen sich Spuren von zehn Pestiziden in den Trauben nachweisen. Bei Tafeltrauben aus Deutschland sind es im Schnitt weniger als fünf.
Foto: dpaBirnen
Und auch in Birnen, die aus der Türkei importiert werden, finden sich Substanzen, die den Umweltschützern Sorgenfalten auf die Stirn treiben. In ihrer Analyse konnten die Greenpeace-Experten im Schnitt zehn Pestizide finden.
Foto: ZBGrünkohl
Auch wenn das Wintergemüse Grünkohl nicht jedermanns Sache ist: spätestens wenn man sich die Belastungen mit Pestiziden ansieht, kann einem der Appetit vergehen, denn häufig werden die gesetzlichen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittelrückstände überschritten.
Foto: dpaWeinblätter
Ob türkisch, griechisch oder orientalisch: Weinblätter bereichern die mediterrane Küche. Allerdings sind auch sie besser mit Vorsicht zu genießen. Darauf weist die Zeitschrift „Ökotest“ hin. Das Fazit ihrer Untersuchung: Häufig lauern in den grünen Blättern so viel chemische Stoffe, dass sie den unbeschwerten Genuss völlig verderben. Die Zeitschrift sprach ein vielen Fällen sogar eine Nicht-Kauf-Empfehlung aus. Wer trotzdem darauf zurückgreifen möchte, sollte es auf jeden Fall Bio kaufen.
Foto: dpaKirschen
Hohe Rückstände von Pflanzenschutzmitteln tauchen regelmäßig auch in Süß- und Sauerkirschen auf. Von Kirschen aus konventionellem Anbau sollte man lieber die Finger lassen und sie statt dessen aus Nachbars Garten oder vom Biomarkt naschen.
Foto: gmsKopfsalat
Grün, knackig, gesund? Sollte man meinen, denn immerhin 4,8 Kilogramm essen die Deutschen pro Kopf durchschnittlich im Jahr. In regelmäßigen Abständen untersucht Greenpeace auch Kopfsalat. Nicht den aus Omas Garten, sondern Produkte aus Gewächshäusern und Riesenfeldern. Fast immer sind die Ergebnisse dabei erschreckend, viele Salatproben enthalten zunehmend mehrere Pflanzenschutzmittel. Dass viele Pestizide parallel eingesetzt werden liegt daran, dass sich so die Überschreitung der Höchstmenge bei einem einzigen Stoff vermeiden lässt.
Wie gesund Salat wirklich ist, damit hat sich auch das WDR-Fernsehen beschäftigt. Die Zusammenfassung des Beitrags lesen Sie hier.
Foto: plainpicture/Fancy ImagesErdbeeren
Auch bei der kalorienarmen Vitamin-C-Bombe sind Bio-Erdbeeren oft die gesündere Wahl. Konventionelle Erdbeeren sind oft mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, die sie resistent gegen Ungeziefer und Schimmel machen sollen. Sieben Pestizide fanden die Greenpeace-Experten auf Erdbeeren aus Belgien, auf deutschen vier.
Foto: dapdGurken
Gesunde Salatgurke? Nicht immer, denn im konventionellen Anbau werden sie häufig mit Fungiziden, das sind Anti-Pilzmittel, behandelt. Bio-Gurken weisen hingegen nahezu gar keine Pestizid-Rückstände auf.
Foto: dpaÄpfel
Stark, groß, lecker - aber sind Äpfel auch unbedenklich? Während Äpfel aus dem Biolandbau nahezu frei von Pestiziden sind, weisen Tester der Zeitschrift „Öko-Test“ darauf hin, dass vor allem konventionelle Produkte aus Südamerika problematisch sind. Trotzdem gibt es auch gute Nachrichten, denn der aktuelle Apfel-Test zeigt, dass viel weniger gespritzt wird und die meisten Früchte, die man hierzulande kaufen kann, frei von problematischen Rückständen sind.
Foto: dpaSpinat
Spinat macht nicht nur den Comic-Helden Popeye stark, sondern verhilft auch Sportlern zu mehr Muskelkraft. Verantwortlich soll das enthaltene Nitrat sein. Allerdings gilt auch hier wie so oft: Die Dosis macht das Gift. Häufig wird dem Boden Nitrat als Düngemittel zugesetzt, um den Ertrag der Ernte zu steigern. Im Körper kann der Stoff mit Keimen dann in das krebserregende Nitrit umgewandelt werden. Vor einigen Jahren fand Stiftung Warentest sogar Listeriene in Spinat, ein Stoff aus Tierkot, schreibt das Magazin „Utopia“. Bio-Spinat sei in dem Test dabei deutlich besser weggekommen.
Foto: ZBBerlin hat zwar neben München die meisten Spitzenlagen insgesamt, kommt aber in der Top Ten der erfolgreichsten Einkaufsmeilen nicht vor. Der innerstädtische Konkurrenzkampf ist wahrscheinlich zu groß: Neben dem Kudamm (Bild) zählen Tauentzienstraße, Alexanderplatz, Wilmersdorfer Straße und Friedrichstraße zu den „Hochfrequenz"-Einkaufsmeilen. Das bedeutet mehr als 5000 Menschen laufen hier pro Stunde entlang.
Foto: HandelsblattDas Segment der Luxusstraßen führt die Düsseldorfer Königsallee (5.935) unangefochten an, liegt im Gesamtranking aber auf Platz 33. Nach ihr kommt mit einigem Abstand erst der Neue Wall in Hamburg (2.835) und dann auf Platz 3 die Stuttgarter Stiftstraße (2.310). Darauf folgen die Münchner Maximilianstraße (1.800) und die Goethestraße in Frankfurt (1.520).
Foto: HandelsblattPlatz 10
Die Neuhauser Straße ist nicht mehr Münchens meistbesuchte Straße. Waren es 2011 noch 13.515 Passanten, die pro Stunde hier entlang liefen, sind es inzwischen 9275 Fußgänger.
Foto: HandelsblattPlatz 9
Die Ludgeristraße in Münster ist seit 1969 reine Fußgängerzone. Sie beginnt am südlichen Ende des Prinzipalmarktes, und verläuft an den Münster Arkaden (Foto) vorbei, hin zum Ludgeriplatz. 2008 hatte die Straße erstmals den Sprung in die Gruppe der zehn erfolgreichsten Einkaufsmeilen geschafft und war direkt auf Platz 4 gelandet. Insgesamt 9420 Passanten wurden hier pro Stunde gezählt. Foto: Rüdiger Wölk
Foto: HandelsblattPlatz 8
Der Westenhellweg ist Dortmunds größte Einkaufsstraße. Die Fluglinie Easyjet warb im Ausland mit der „Prachtstraße", um Flüge in die westfälische Stadt an den Mann zu bringen. Der Verlauf der Straße hat eine lange Geschichte: Es handelt sich um einen mittelalterlichen Heer- und Handelsstraße, die schon Karl der Große genutzt haben soll.
Foto: HandelsblattPlatz 7
Auf der Spitaler Straße in Hamburg wurden 9840 Passanten pro Stunde gezählt.
Foto: dpaPlatz 6
Die Flinger Straße in Düsseldorfs Altstadt schafft es zum ersten Mal nach weiter vorn im Ranking: Mit 10.150 Passanten springt sie von Platz 29 nach vorn. Auf der bisher beliebtesten Einkaufsstraße der Stadt finden umfangreiche Bauarbeiten statt, daher rühre die Verschiebung der Verhältnisse begründen die Mache der Studie von Jones Lang LaSalle. Foto: Marek Gehrmann
Foto: HandelsblattPlatz 5
Eine zweite Hamburger Einkaufsmeile, die es unter die ersten zehn geschafft hat, ist die Mönckebergstraße mit 10.380 Passanten pro Stunde. Sie wurde 1909 dem Verkehr übergeben und benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister der Hansestadt, Johann Georg Mönckeberg, der im Vorjahr der Einweihung gestorben war.
Foto: dpaPlatz 4
Die Königsstraße in Stuttgart misst immerhin 1,2 Kilometer. Sie durchzieht die baden-württembergische Landeshauptstadt: Vom Hauptbahnhof (hier vom Turm aus fotografiert) führt sie am Schlossplatz, dem Kunstmuseum und einigen Landesministerien vorbei. 11.335 Passanten bewegen sich hier pro Stunde entlang.
Foto: HandelsblattPlatz 1: Kaufingerstraße in München
Die Kaufingerstraße ist das teuerste, was Deutschland zu bieten hat. 1239 wird die Straße erstmals erwähnt, als Zeuge tritt damals der Patrizier Chunradius Choufringer auf, der dann als Namensgeber diente. Im europäischen Vergleich zeigt sich allerdings, dass die Creme de la Creme wo anders liegt.
Jahresmiete pro Quadratmeter: 4.200 Euro
Monatsmiete pro Quadratmeter: 350 Euro
Veränderung zum Vorjahr: + 6,1 Prozent
(im folgenden Teil der Galerie sehen sie die teuersten europäischen Einkaufsstraßen)
Foto: HandelsblattPlatz 4: Schildergasse in Köln
Vor allem zur Weihnachtszeit drängen sich durch die schmale Einkaufspassage unglaubliche Menschmassen. Dann ist es kaum möglich von der einen Straßenseite zur anderen zu gelangen. Das kann in der vorweihnachtlichen Zeit gut und gerne mal eine kleine Ewigkeit dauern. Insgesamt ist die Schildergasse rund 500 Meter lang. Untersuchungen haben ergeben, dass in diesem Jahr durchschnittlich knapp 13.000 Besucher pro Stunde die Einkaufsstraße durchliefen.
Jahresmiete pro Quadratmeter: 3.360 Euro
Monatsmiete pro Quadratmeter: 280 Euro
Veränderung zum Vorjahr: + 7,7 Prozent
Foto: dpaPlatz 3: Die Zeil in Frankfurt am Main
Die Einkaufsstraße in Deutschlands Finanzmetropole ist die am stärksten frequentierte Shopping-Meile in der Republik. In den 70er Jahren wurde aus der Zeil eine reine Fußgängerzone. Mit 500 Metern Länge gehört die Einkaufspassage in Frankfurt zum mittleren Schnitt.
Jahresmiete pro Quadratmeter: 3.480 Euro
Monatsmiete pro Quadratmeter: 290 Euro
Veränderung zum Vorjahr: + 7,4 Prozent
Foto: dpa