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Fluggesellschaften Ryanair, Easyjet und Co. starten durch – so planen die Billigflieger den Sommer

Ryanair-Chef Michael O’Leary erwartet trotz eines Rekordverlusts einen starken Sommer. Auch Easyjet und Eurowings stocken ihre Flugpläne auf.
17.05.2021 Update: 17.05.2021 - 15:13 Uhr Kommentieren
Die schrittweise Aufhebung der Reisebeschränkungen lässt viele Europäer vom Sommerurlaub träumen. Quelle: AP
Ryanair

Die schrittweise Aufhebung der Reisebeschränkungen lässt viele Europäer vom Sommerurlaub träumen.

(Foto: AP)

London Europas Billigflieger leiden immer noch stark unter den negativen Folgen der Corona-Pandemie: Am Montag meldete Marktführer Ryanair einen Rekordverlust von 815 Millionen Euro für das Geschäftsjahr bis Ende März. Das war ein Minus von 182 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Passagierzahlen brachen um 81 Prozent auf 27,5 Millionen ein.

Trotz der verheerenden Zahlen hat Ryanair-Chef Michael O’Leary den Glauben an sein Geschäftsmodell nicht verloren. Nach dem Horrorjahr 2020 blickt der Ire nun optimistisch nach vorn: Bis zum Sommer 2022 erwartet er eine komplette Erholung der Nachfrage. Da die Krise etliche Konkurrenten wie Germanwings, Norwegian und Flybe vom Markt gefegt hat, ist der Airline-Chef zuversichtlich, den eigenen Marktanteil ausbauen zu können.

Doch nicht nur Ryanair, sondern auch alle anderen Billigflieger, die überlebt haben, bereiten sich auf einen Neustart nach der Pandemie vor. Sie weiten ihre Flugpläne wieder aus, nehmen neue Maschinen in Betrieb und stellen Mitarbeiter ein. Die Nachfrage steigt rasant. „Wir sehen einen drastischen Buchungsanstieg“, sagte O’Leary. Seit Anfang April habe sich die Zahl der Buchungen auf 1,5 Millionen pro Woche verdreifacht.

„Wir spüren plötzlich eine Dynamik, die ich nach 30 Jahren in der Branche nicht kenne“, bestätigte auch Jens Bischof, Chef der Lufthansa-Tochter Eurowings, kürzlich dem Handelsblatt. „Innerhalb weniger Stunden füllen sich 150 Sitze auf einem Flug.“

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    Der Ticketverkaufsboom rief zuletzt auch die Politik auf den Plan: Die Kanzlerkandidaten von SPD und Grünen, Olaf Scholz und Annalena Baerbock, haben angekündigt, eine Untergrenze für Ticketpreise beziehungsweise eine zusätzliche Klimasteuer für Flüge einführen zu wollen. Das könnte das Geschäftsmodell der Billigflieger ernsthaft gefährden.

    O’Leary zeigte sich am Montag aber nicht sonderlich besorgt. Kurzfristig seien keine zusätzlichen Umweltsteuern zu erwarten, sagte er.

    Briten dürfen wieder in den Urlaub fliegen

    Zunächst stehen die Zeichen auf Expansion: Die schrittweise Aufhebung der Reisebeschränkungen lässt viele Europäer vom Sommerurlaub träumen. Im Juni wird der EU-weite Impfpass eingeführt, der die Reisefreiheit wiederherstellen soll. Italien schaffte am Freitag die Quarantäne für Besucher ab. Seit Montag dürfen die Briten wieder in den Urlaub fliegen – allerdings vorerst nur in zwölf Länder. Auf der „Grünen Liste“ stehen in Europa bislang nur Portugal, Malta, Island und Gibraltar.

    Laut O’Leary buchen viele Kunden auch schon Spanien, Griechenland und Italien für die Sommermonate – in der Erwartung, dass die Reisebeschränkungen bis dahin fallen. Die Zahl der Passagiere werde von 1,6 Millionen im Mai auf vier Millionen im Juni steigen, prognostizierte der Ryanair-Chef.

    Im Juli könne man mit bis zu neun Millionen Passagieren rechnen – das wären zwei Drittel des Vor-Corona-Niveaus. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs bis Ende März 2022 sollen es sogar 90 Prozent werden. Für das Gesamtjahr rechnet die Airline mit 80 bis 120 Millionen Passagieren.

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    „Die Impffortschritte und das Regierungshandeln geben Grund zu Optimismus“, sagt Daniel Röska, Analyst bei Bernstein. Das Ziel, wieder profitabel zu wirtschaften, sei für die Airlines spürbar nähergerückt. O’Leary hält eine schwarze Null im laufenden Geschäftsjahr für möglich.

    Die Billigflieger befeuern die Nachfrage mit Kampfpreisen. Es gehe erst mal um Volumen, sagte O’Leary. Deshalb würden die Preise in diesem Sommer unter dem Vor-Corona-Niveau liegen.

    Seit die britische Regierung grünes Licht für Portugalurlauber gegeben hat, haben Ryanair und Easyjet 300.000 zusätzliche Plätze für das Land bereitgestellt. Am Berliner Flughafen BER bietet Easyjet 5000 zusätzliche Plätze nach Griechenland, Portugal und Ägypten an. Man sei flexibel und könne die Zahl der angeflogenen Ziele schnell ausweiten, sagte Easyjet-Chef Johan Lundgren kürzlich. Auch Eurowings hat 150 Zusatzflüge nach Griechenland, Ibiza und Mallorca ins Programm genommen.

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    Ryanair hatte während der Pandemie deutlich weniger Flugzeuge geparkt als die Konkurrenz – nur zwei Prozent im Vergleich zu 52 Prozent bei Easyjet. Entsprechend schneller kann O’Leary nun die Kapazitäten hochfahren. Er hat bereits neue Basen in Riga, Billund, Stockholm, Zadar und Zagreb angekündigt.

    Ryanair-Chef erwartet vollständige Erholung im Jahr 2022 

    Die Fluglinie wartet immer noch auf die Auslieferung der ersten von 210 bestellten Boeing-737-Max-Maschinen. Die Verzögerung sei „sehr enttäuschend“, sagte O’Leary. Man brauche die Maschinen dringend. Der neue Flieger mit dem Namen „Gamechanger“ bietet Platz für vier Prozent mehr Passagiere und verbraucht 16 Prozent weniger Treibstoff. Das Flugzeug soll Ryanairs Kostenvorteil gegenüber den Konkurrenten noch vergrößern. Bis zum Sommer 2022 sollen 60 dieser Flugzeuge im Einsatz sein.

    O’Leary sieht sich auch in einer guten Verhandlungsposition gegenüber den Flughäfen, um neue Slots auszuhandeln. Durch die Pleite mehrerer Fluglinien seien dauerhaft 20 Prozent des Angebots weggefallen, argumentiert er. Die Flughäfen seien daher interessiert daran, neue Anbieter zu gewinnen.

    Wie schnell sich der Markt erholen wird, ist jedoch umstritten. Während O’Leary eine vollständige Erholung bei allen Reisen im Jahr 2022 prognostiziert, sind andere Airlines skeptischer, was Geschäftsreisen angeht. Virgin-Atlantic-Chef Shai Weiss etwa geht davon aus, dass das Volumen von Geschäftsreisen langfristig 20 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau bleiben wird, da Unternehmen verstärkt auf Videokonferenzen setzen. Das würde auch Ryanair erheblich treffen, denn Geschäftsreisende machen 30 Prozent aller Passagiere aus. Bei Easyjet ist der Anteil noch höher.

    O’Leary zeigte sich dennoch optimistisch, was die langfristigen Aussichten angeht. 2026 werde Ryanair 200 Millionen Passagiere befördern, prognostizierte er. Das wäre ein Viertel mehr als vor Corona.

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