Investor: René Benkos Signa verhandelt mit Attestor über Liquiditätsspritze
Auf der Baustelle des Hamburger Elbtowers ruhen die Bauarbeiten. René Benkos Immobilienkonzern Signa verhandelt über eine Finanzspritze.
Foto: ReutersFrankfurt, Düsseldorf. Die in Schieflage geratene Immobilienfirma Signa verhandelt Finanzkreisen zufolge mit dem auf Restrukturierungsdeals spezialisierten Investor Attestor über eine kurzfristige Finanzspritze von 600 Millionen Euro. Die Gespräche liefen und es werde ein sehr kurzfristiger Abschluss angepeilt, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen dem Handelsblatt am Mittwoch.
Daneben gebe es auch Diskussionen mit anderen möglichen Investoren, hieß es. Ob ein Deal gelingen werde, sei aber unklar. Signa und Attestor lehnten Stellungnahmen ab.
Attestor ist in Deutschland unter anderem für seinen Kauf des Ferienfliegers Condor bekannt. Der Investor macht sich häufig Notlagen von Unternehmen zunutze und bietet ihnen frisches Geld an – in Situationen, in denen andere einen Bogen um eine Investition machen. Damit erwirtschaftet Attestor immer wieder große Renditen. Zu weiteren Investments in Deutschland gehört die Beteiligung am VW-Autovermieter Europcar.
Signa-Haupteigentümer René Benko, Sanierer Arndt Geiwitz und Vertreter der Investmentbank Rothschild & Co. sowie der Kanzlei White & Case haben in den vergangenen Tagen intensiv mit möglichen Geldgebern über einen Kredit verhandelt, der mit freien Vermögenswerten der Immobilientochter Signa Prime besichert werden soll. Danach erst soll die eigentliche Restrukturierung beginnen, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten.