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Luftfahrt Asiens größter Billigflieger Air Asia kämpft ums Überleben

Die malaysische Fluglinie rutscht immer tiefer in die Krise. Laut Prüfungsgesellschaft EY muss Airbus um einen seiner wichtigsten Abnehmer bangen.
08.07.2020 - 15:17 Uhr Kommentieren
Aktuell hat der Konzern rund 240 Jets von Airbus in seiner Flotte. Quelle: Imago
Air Asia

Aktuell hat der Konzern rund 240 Jets von Airbus in seiner Flotte.

(Foto: Imago)

Bangkok Einem der besten Kunden von Airbus droht inmitten der Coronakrise der Kollaps: Air Asia, Asiens größte Billigfluglinie, hat nach Angaben ihres Abschlussprüfers EY massive Finanzprobleme. Es gebe wesentliche Unsicherheiten, die „signifikante Zweifel“ an dem Fortbestand des Geschäftsbetriebs wecken könnten, hieß es in einer Mitteilung der Prüfer an die Börse in Kuala Lumpur.

Firmenchef Tony Fernandes muss aus Sicht von Analysten um sein Lebenswerk bangen, sollte es ihm nicht in Kürze gelingen, Hunderte Millionen Dollar aufzutreiben. Nach Angaben von EY war das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr äußerst knapp bei Kasse: Ende Dezember überstiegen die Verbindlichkeiten die Vermögenswerte der Airline um umgerechnet 430 Millionen Dollar. Gleichzeitig verbuchte Air Asia einen Verlust von 66 Millionen Dollar in dem abgelaufenen Finanzjahr.

Reisebeschränkungen durch die Coronakrise verschärften die Probleme daraufhin deutlich. Für das erste Quartal 2020 meldete die Fluggesellschaft diese Woche einen Rekordverlust von fast 190 Millionen Dollar – dabei dürfte sich der Großteil der Lockdown-Folgen erst in den Zahlen für das zweite Quartal widerspiegeln.

Für Europas Luftfahrtindustrie ist die Zuspitzung der Krise bei der malaysischen Airline eine bittere Nachricht: Seit ihrem Wechsel von Boeing vor anderthalb Jahrzehnten war Air Asia einer der größten Abnehmer von Airbus-Flugzeugen.

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    Aktuell hat der Konzern davon rund 240 in seiner Flotte. Bestellungen über mehr als 400 weitere Jets unter anderem der Modelle A321neo und A320neo sind noch offen. Bereits im April hatte Air Asia angekündigt, angesichts der Luftfahrtkrise seine Bestellungen zu überprüfen und in diesem Jahr keine Flugzeuglieferungen anzunehmen.

    Kurs sackt um mehr als 17 Prozent ab

    „Das ist die mit Abstand größte Herausforderung, mit der wir seit dem Start im Jahr 2001 konfrontiert sind“, sagte Fernandes am Montag. Er hatte zu Beginn des Jahrtausends die Airline, die damals einem Staatskonzern gehörte und überschuldet war, für den symbolischen Betrag von einem malaysischen Ringgit übernommen. Daraufhin baute er sie mit einem Low-Cost-Ansatz zu einer der größten Fluglinien des Kontinents auf, die über Landesgesellschaften unter anderem in Thailand, Indonesien, Vietnam und Indien verfügt.

    Der Aktienkurs der Air-Asia-Gruppe sackte am Mittwoch nach Bekanntwerden der kritischen EY-Einschätzung zeitweise um mehr als 17 Prozent ab. Das Papier notierte zuletzt um 85 Prozent unter dem Höchstwert vom Februar 2018.

    Fernandes will mit einem drastischen Sparprogramm die Kehrtwende schaffen: Medienberichten zufolge möchte er 30 Prozent der insgesamt 20.000 Stellen in dem Konzern streichen. Zudem würden Mitarbeiter zu einem Gehaltsverzicht von 15 bis 75 Prozent aufgefordert.

    „Jede Krise ist eine Hürde, die überwunden werden muss“, sagte Fernandes diese Woche. „Wir haben die Firmengruppe bereits in ein schlankeres Schiff umgebaut.“ Er versprach: „Das wird uns als die führende Low-Cost-Airline in der Region stärken.“

    Reisebeschränkungen durch die Coronakrise haben die Probleme der Airline deutlich verschärft. Quelle: Imago
    Air Asia

    Reisebeschränkungen durch die Coronakrise haben die Probleme der Airline deutlich verschärft.

    (Foto: Imago)

    Der 56 Jahre alte Konzernchef sagte auch, er befinde sich in Gesprächen über neue Gemeinschaftsunternehmen, die zusätzliche Investitionen in Air Asia mit sich bringen könnten. Laut Analysten des Wertpapierhändlers UOB Kay Hian braucht die Fluglinie mindestens 460 Millionen Dollar an zusätzlichem Kapital, um in diesem Jahr über die Runden zu kommen.

    Malaysischen Medien zufolge erwägt das südkoreanische Konglomerat SK Corp einen Einstieg. Fernandes bemühte sich zuletzt auch um finanzielle Unterstützung der malaysischen Regierung. Zudem ist offenbar eine Kapitalerhöhung im Gespräch, die 230 Millionen Dollar bringen könnte.

    Auch mit ungewöhnlichen Sonderaktionen versucht Fernandes gerade Geld aufzutreiben: In Malaysia und Thailand verkaufte er in den vergangenen Wochen „Unlimited“-Pässe für rund 100 Euro, mit denen die Besitzer in den kommenden Monaten auf bestimmten Strecken umsonst fliegen können. Fernandes will nach eigenen Worten nichts unversucht lassen: „Es ist gerade sehr hart für die Piloten und die Crew“, schrieb er vor wenigen Tagen auf Instagram. „Wir werden alles tun, um aus diesem Schlamassel herauszukommen.“

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