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Sportartikelhersteller Puma zieht davon – Coronakrise erschwert Aufholjagd von Under Armour zusätzlich

Dem amerikanischen Puma-Konkurrenten ging es schon vor Corona schlecht. Im Rennen um Rang drei unter den Sportkonzernen sieht es derzeit schlecht aus.
31.07.2020 - 14:45 Uhr Kommentieren
Der Sportkonzern schrieb im zweiten Quartal tiefrote Zahlen. Quelle: AP
Under Armour

Der Sportkonzern schrieb im zweiten Quartal tiefrote Zahlen.

(Foto: AP)

München Die Coronakrise ist für die gesamte Sportindustrie schlimm. Für Under Armour ist sie aber eine Katastrophe. Denn der amerikanische Turnschuhhersteller hat schon vor Ausbruch der Pandemie kein Geld verdient. Nun ist die Marke aus Baltimore richtig tief in die roten Zahlen gerutscht.

Im zweiten Quartal sei ein Verlust von 183 Millionen Dollar (154 Millionen Euro) aufgelaufen, teilte Under Armour am Freitag mit. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug das Minus lediglich 17 Millionen Dollar. Der Umsatz ist zwischen April und Ende Juni um gut 40 Prozent auf 708 Millionen Dollar (598 Millionen Euro) eingebrochen.

„Die Mehrzahl unserer eigenen Läden und die der Sporthändler war für den größten Teil des zweiten Quartals wegen der Covid-19-Pandemie geschlossen“, sagte der neue CEO Patrik Frisk. „Wir haben zwar besser abgeschnitten als erwartet, aber doch einen kräftigen Umsatzrückgang in allen Märkten hinnehmen müssen.“ Im Frühjahr hatte der Konzern noch vor Einbußen von bis zu 60 Prozent gewarnt.

Die Investoren reagierten denn auch erleichtert auf die Quartalsergebnisse – sie hatten Schlimmeres befürchtet. Im vorbörslichen Handel in New York kletterte der Aktienkurs um knapp ein Fünftel. Damit notieren die Papiere aber noch immer weit unter dem Niveau vom Jahresbeginn.

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    Für Frisk ist es ein schwieriger Start. Der gebürtige Schwede steht erst seit Januar an der Spitze des Sportlabels. Er hat Gründer und Großaktionär Kevin Plank abgelöst. Es ist der herausforderndste Job, den die Sportbranche derzeit zu vergeben hat. Denn die Firma von der amerikanischen Ostküste fällt gegenüber der Konkurrenz immer weiter zurück.

    Jahrelang haben Puma und Under Armour um Rang drei unter den größten Sportkonzernen gerungen, also um die Verfolgerposition von Nike und Adidas. Inzwischen aber ist der fränkische Wettbewerber weit davongezogen. Der im MDax notierte Hersteller schlägt sich auch in der Coronakrise besser als Under Armour. So ging der Umsatz von Puma im zweiten Quartal lediglich um ein Drittel auf 831 Millionen Euro zurück. Und der Verlust betrug nur 96 Millionen Euro.

    Under Armour steht nicht nur wirtschaftlich schwach da. Auch an anderer Stelle wird es ungemütlich. Denn die Firma hat Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC. Die Behörde droht Konzerngründer und Ex-Chef Kevin Plank mit rechtlichen Konsequenzen, auch Finanzvorstand David Bergman ist betroffen. Die SEC hat Under Armour zufolge vergangene Woche einen Warnhinweis versandt und Strafen in Aussicht gestellt. Bei derartigen Benachrichtigungen erhalten die Firmen die Chance, noch einmal Stellung zu beziehen.

    Erstes Quartal war noch schlimmer

    Under Armour steht unter Verdacht, den Umsatz in den Jahren 2015 und 2016 durch Bilanztricks aufgebläht zu haben. Plank steht seit seinem Rückzug vom CEO-Posten an der Spitze des Verwaltungsrats. Außerdem ist er Großaktionär. Vergangenes Jahr hatte der Konzern erklärt, sich keiner Schuld bewusst zu sein.

    Immerhin, die jüngsten Ergebnisse sind nicht mehr ganz so desaströs wie zu Jahresbeginn. Im ersten Quartal schrieb der US-Konzern mehr als eine halbe Milliarde Dollar Verlust. Mit jedem Dollar, den das Label einnahm, verlor es mehr als 50 Cent. Gut ein Drittel davon ging Firmenangaben zufolge auf das laufende Geschäft zurück, der Rest stammte aus dem Konzernumbau und damit verbundenen Abschreibungen.

    Under Armour hatte schon lange vor Corona massive Probleme, weil sich die Konsumenten abgewandt hatten. Für frischen Wind soll nun Frisk sorgen. Der Konzernlenker hat die Marke seit 2017 bereits als Chief Operating Officer tief greifend umgebaut. Frisk strich Stellen und schloss Läden, verschlankte die Abläufe und machte sich daran, Under Armour wieder auf seinen Kern als Ausrüster ambitionierter Athleten zu fokussieren. Zuletzt hatte Frisk in Amerika für Schlagzeilen gesorgt, weil er hochdotierte, langjährige Verträge mit Universitäten auflösen will.

    Inzwischen sieht der Manager indes Zeichen, dass es aufwärts geht. Die meisten Läden seien wieder geöffnet, im Juni und Juli sei das Geschäft wieder besser gelaufen. Es kämen zwar weniger Kunden, die würden aber mehr ausgeben. Eine Erfahrung, die derzeit praktisch alle Sporthändler und Marken machen.

    Gleichwohl, eine Prognose für den Rest des Jahres mochte Frisk am Freitag nicht abgeben. Auch Puma-Chef Björn Gulden wollte sich Mitte der Woche nicht festlegen. Beide Manager warnten vor „einem rabattgetriebenen Umfeld“. Denn die Lager in der Branche sind voll. So lagen die Vorräte von Puma Ende Juni um ein Fünftel höher als im Vorjahr, bei Under Armour ist es sogar knapp ein Viertel.

    Immerhin, Under Armour kann auch eine längere Durststrecke durchstehen. Ende Juni hatte die Firma 1,1 Milliarden Dollar auf dem Konto.

    Mehr: US-Börsenaufsicht warnt Under Armour vor Strafe wegen Bilanztäuschung

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