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Adidas-Konkurrent Puma fürchtet zweiten Lockdown

Das Geschäft des Sportkonzerns läuft wieder auf Vorjahresniveau. Doch Puma-Chef Bjørn Gulden warnt vor einem Rückschlag und verweigert eine Prognose.
29.07.2020 - 11:15 Uhr Kommentieren
Coronavirus: Sportkonzern Puma hat Angst vor neuem Lockdown Quelle: dpa
Puma

Die Kunden kehren in die Läden der Sportmarke zurück. Die Franken erzielten Einnahmen wie vor der Krise.

(Foto: dpa)

München Die Kunden sind zurück: Das Geschäft von Puma bewege sich im Juli wieder auf Vorjahresniveau, sagte Vorstandschef Bjørn Gulden am Mittwoch: „Der Durchverkauf ist sehr positiv.“ Trotzdem wollte der Unternehmenslenker keine Prognose für das laufende Jahr abgeben. Denn Gulden fürchtet einen Rückschlag: „Das Horrorszenario wäre ein neuer, globaler Lockdown.“

In den vergangenen Wochen ist es beim Turnschuh-Hersteller Zug um Zug aufwärts gegangen. So habe das zweite Quartal mit einem Umsatzeinbruch von 55 Prozent im April begonnen. Im Mai habe sich das Geschäft etwas erholt, habe jedoch immer noch 38 Prozent unter Vorjahr gelegen. Im Juni setzte dann laut Puma eine deutliche Verbesserung ein, und die Marke mit dem Raubtierlogo verbuchte einen Rückgang von lediglich sechs Prozent. Derzeit erziele der Konzern ähnliche Einnahmen wie zum selben Zeitraum 2019.

Das ist bemerkenswert, denn jeder zehnte Shop von Puma ist nach wie vor geschlossen. Zudem falle das Geschäft in Südamerika fast komplett aus, so Gulden. Und auch in den USA sei es angesichts der hohen Infektionsraten nicht einfach.

Im Frühjahr hat die Corona-Pandemie schwere Spuren bei Puma hinterlassen. Zwischen April und Juni ist der Umsatz um knapp ein Drittel auf 831 Millionen Euro eingebrochen. Die Marke stürzte deshalb tief in die roten Zahlen, der Verlust betrug 96 Millionen Euro. Das teilte das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch mit. Eine Entwicklung wie in den vergangenen Monaten hätte er nie für möglich gehalten, erklärte Gulden: „Das zweite Quartal 2020 war das schwierigste Quartal, das ich jemals erlebt habe.“

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    Wegen der Corona-Pandemie ging im Frühjahr der Absatz von Sneakern und neuen Shirts zurück. Von Ende März an seien zudem für mehrere Wochen nahezu 80 Prozent der Puma-Geschäfte sowie der Fachhändler geschlossen gewesen.

    Das Geschäft lief im zweiten Quartal fast auf der ganzen Welt schlecht. Mit einer Ausnahme: China. Dort war die Seuche zuerst ausgebrochen und die Shops daher schon zu Jahresbeginn dicht. Im zweiten Quartal hingegen kam die Volksrepublik wieder in Bewegung, und so kletterte dort der Umsatz des fränkischen Unternehmens um 15 Prozent.

    Neue Kreditlinien gesichert

    Um sicherzugehen, hat Gulden sich bereits im Frühjahr zusätzliche Darlehen über 900 Millionen Euro gesichert. Die staatliche Förderbank KfW übernahm davon 625 Millionen Euro, der Rest kam von einem Konsortium aus elf weiteren Banken. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre. Bislang habe der Konzern die Linien noch nicht genutzt, erläuterte Gulden.

    Der wesentlich größere Konkurrent Adidas hat sogar Kredite über drei Milliarden Euro vereinbart. Dabei stammen 2,4 Milliarden Euro von der KfW. Beide Konzerne haben bereits die Dividende gestrichen, und das Top-Management hat seine Bezüge gekürzt.

    Alle Sportkonzerne hatten dieses Frühjahr dasselbe Problem: Sie erzielten nur noch einen Teil der gewöhnlichen Umsätze. Die Läden in weiten Teilen der Welt waren geschlossen, die Händler konnten oder wollten bereits gelieferte Ware nicht bezahlen. Die Kaufleute hätten ein Fünftel der Bestellungen storniert, erläuterte Gulden.

    Die Kosten blieben dabei nahezu unverändert. Für die Marken sind das im Wesentlichen Personal und Miete für Büros und Geschäfte. Die Fabriken sind zwar nicht in ihrem Besitz, doch gibt es Abnahmeverpflichtungen für georderte Artikel. Die Anbieter sitzen daher aktuell auf Bergen von Textilien und Schuhen. So lagen die Vorräte von Puma Ende Juni um ein Fünftel höher als im Vorjahr. Der Konkurrenz geht es ähnlich und, so sprach Gulden auch „von einem rabattgetriebenen Umfeld“.

    Analysten sehen Puma positiv

    Analysten sehen die Marke positiv: Das zweite Quartal sei insgesamt wie erwartet ausgefallen, schrieb JP-Morgan-Analystin Chiara Battistini am Mittwoch. Nach Abflauen der Krise sollte die Marke wieder ihre Stärken ausspielen. Puma sei in der Lage, die Platzhirsche Adidas und Nike erfolgreich zu jagen, urteilte jüngst Analystin Szilvia Bor von der Credit Suisse. Warburg-Experte Jörg Frey glaubt, dass Puma sich nach der Coronakrise dynamisch erholen wird. Puma dürfte die Konkurrenten im zweiten Quartal zudem deutlich abgehängt haben.

    Ob das stimmt, zeigt sich in den nächsten Tagen: US-Rivale Under Armour präsentiert die Ergebnisse diesen Freitag, Adidas kommende Woche Donnerstag. Weltmarktführer Nike ist zuletzt tief in die roten Zahlen gerutscht. In dem am 31. Mai beendeten vierten Quartal des Geschäftsjahrs schrieb der US-Konzern einen Verlust von 790 Millionen Dollar. Der Umsatz fiel um 38 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar. Das war rund eine Milliarde weniger, als Analysten vorab erwartet hatten.

    Die Börse beurteilte die Quartalszahlen wohlwollend. Der Aktienkurs kletterte in Frankfurt am Mittwochmorgen um knapp vier Prozent auf fast 70 Euro. Damit war Puma der größte Gewinner im MDax.

    Puma bereite sich jetzt auf die unterschiedlichsten Szenarien für die nächsten Monate vor, erläuterte Gulden: „Die Unsicherheit ist immer noch groß, ob der Aufwärtstrend anhält oder es zu einem zweiten Einbruch kommt.“ Besondere Erwartungen hat der gebürtige Norweger jedenfalls nicht: „2020 ist ein verlorenes Jahr.“

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