Interview: „Die Menschen wollen sich etwas gönnen“ – Audi-Chef Duesmann erklärt seine Hochpreis-Strategie
Der Konzernchef richtet Audi als Premiummarke neu aus.
Foto: AUDI AGHerr Duesmann, die neue Bundesregierung will die Wende in der Energie- und Verkehrspolitik. Ist die Politik auf dem richtigen Weg?
Richtig ist die Erkenntnis, dass die erneuerbaren Energien schnell ausgebaut werden müssen. Gut ist, dass der Flächenbedarf dafür ausgewiesen wird. Für uns in der Autoindustrie ist wichtig, dass wir mit Blick auf die Antriebe zu einer Technologieklarheit kommen.
Weil sich Audi schon auf das Elektroauto festgelegt hat?
Wir hätten die Frage nach dem Antrieb offenhalten und warten können, was sich durchsetzt. Wir wollten den Prozess aber abkürzen – denn viele Länder, auch Deutschland, haben derzeit noch nicht ausreichend grünen Strom. Da kann man nicht von E-Fuels im großen Stil träumen. Wir bräuchten nämlich fünfmal so viel Grünstrom für Autos mit synthetischem Kraftstoff wie für batterieelektrische Fahrzeuge.
Ausgerechnet am Audi-Sitz in Bayern werden praktisch keine Windräder gebaut.
Wo Windräder nicht möglich sind, kann Photovoltaik eine Alternative sein. Hier am Standort Ingolstadt sind auf einer Fläche von etwa 23.000 Quadratmetern Photovoltaikmodule installiert. Und wir brauchen Energiespeicher, um Schwankungen auszugleichen. Heute ist in Ingolstadt sehr trübes Wetter und Wind weht auch keiner. Deshalb brauchen wir Technologien, die Energie erzeugen und auch speichern.