Murat Aksel im Interview: VW-Einkaufsvorstand zum Chipmangel: „Wir stehen vor den härtesten sechs Wochen“
Wegen der schwierigen Versorgungslage wird der Autobauer die Lagerhaltung bei Chips ausbauen.
Foto: dpaDüsseldorf. Volkswagen erlebt aktuell den Tiefpunkt in der Versorgungskrise mit Chips. „Wir stehen vor den härtesten sechs Wochen“, sagte Murat Aksel, Einkaufsvorstand des VW-Konzerns, im Interview mit dem Handelsblatt. Im dritten Quartal werde sich seiner Ansicht nach die Situation wieder verbessern. „Dann dürfte die Pipeline besser gefüllt sein.“
Trotzdem fehlten langfristig etwa zehn Prozent der Chips, weil weltweit einfach nicht genug produziert werde. „Bis neue Produktionskapazitäten aufgebaut werden können, dauert es bis zu zwei Jahre“, sagte Aksel. Die Lage bleibe angespannt.
Wegen der schwierigen Versorgungslage wird Volkswagen die Lagerhaltung bei Chips ausbauen. „Versorgungssicherheit gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben. Denn für mich gilt der Grundsatz: kein Bauteil, kein Auto, kein Geld“, betonte Aksel. Das gelte am Ende nicht nur für Chips. Deshalb gehe der VW-Einkauf aktuell „alle Modelle Bauteil für Bauteil durch“ und klassifiziere das Versorgungsrisiko.
Wegen der Corona-Pandemie und deren wirtschaftlicher Folgen stellt sich Volkswagen auf weitere kurzfristige Engpässe ein. „Nach einem guten Jahr Pandemie sind die Lieferketten völlig ausgedünnt, und zwar in allen Branchen. Das gilt beispielsweise auch für chemische Produkte wie Granulate“, so der VW-Konzernvorstand.