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Ola KälleniusMercedes-Chef soll Präsidentschaft bei Acea erneut übernehmen

Neben seinem Hauptberuf als Chef von Mercedes-Benz ist Ola Källenius seit Jahresbeginn Präsident des mächtigen Autoverbands Acea. Vier Themen beschäftigen ihn dabei besonders.Michael Scheppe 26.11.2025 - 10:45 Uhr Artikel anhören
Ola Källenius: Zweite Amtszeit als Acea-Präsident angestrebt. Foto: Sven Hoppe/dpa

Düsseldorf. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius steht vor einer zweiten Amtszeit als Präsident des europäischen Auto-Lobbyverbands Acea. Källenius, der seit Januar auf dem Posten ist, soll ein weiteres Jahr anstreben. Anfang Dezember soll ihn ein Gremium des Verbands wiederwählen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Industriekreisen. Der Acea wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

Der Acea ist die zentrale Lobbyorganisation der europäischen Autoindustrie auf EU-Ebene. Der Verband setzt sich für die Interessen von Europas Schlüsselindustrie ein, die nach eigenen Angaben direkt und indirekt 13,6 Millionen Menschen beschäftigt. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung der Branche gilt der Acea in Brüssel als einflussreich.

Der Verband vertritt 16 große Hersteller von Pkw, Lkw, Transportern und Bussen in Europa. Neben Mercedes-Benz sind BMW, der Volkswagen-Konzern, aber auch Daimler Truck Mitglied. Die Opel- und Peugeot-Mutter Stellantis ist nach einem zwischenzeitlichen Austritt seit Jahresbeginn wieder Teil des Verbands.

Die Amtszeit von Källenius fällt in eine Zeit, in der europäische Behörden darüber diskutieren, ob und wie stark das bisherige Ziel aufgeweicht wird, dass ab 2035 keine neuen Verbrennerfahrzeuge mehr in der Europäischen Union zugelassen werden dürfen. Die EU-Kommission entscheidet voraussichtlich am 10. Dezember über ein umfassendes Gesetzespaket zur CO2-Regulierung.

Der deutsch-schwedische Manager pocht seit Beginn seiner Amtszeit als Cheflobbyist auf eine Lockerung der Klimaschutzregeln in der EU. „Wir brauchen einen realistischen Pfad zur Dekarbonisierung der europäischen Autoindustrie – einen, der marktgetrieben ist und nicht von Strafen“, forderte Källenius im Januar gleich in seinem ersten Schreiben. Weitere offene Briefe und zahlreiche Interviews zum Thema folgten das ganze Jahr über.

Abgase: Diskussionen um Klimaziele der Autoindustrie. Foto: dpa

Eigentlich wollte der Topmanager bei Mercedes bis Ende des Jahrzehnts alle Neuwagen unter Strom stellen. Dieses Ziel hat er mit Verweis auf veränderte Rahmenbedingungen längst wieder kassiert.

Der Elektro-Hochlauf geht auch bei anderen europäischen Autobauern langsamer vonstatten, als Industrievertreter einst angenommen haben. In der EU fahren nur etwa 15 Prozent der Neuwagen vollelektrisch. Eine Quote von 100 Prozent bis 2035 erscheint der Branche unrealistisch.

Viele der bisherigen Elektroautos kamen bei den Kunden technisch und optisch nicht an oder waren ihnen zu teuer. Gleichzeitig haben viele EU-Länder den Ausbau der Ladesäulen nicht schnell genug vorangetrieben. Källenius hält die Elektromobilität weiter für die dominante Technologie der Zukunft. Er drängt aber darauf, dass auch Alternativen wie Plug-in-Hybride erlaubt bleiben.

„Meine Spätschicht ist wegen der Acea-Tätigkeit länger geworden“

In seinem zweiten Jahr als Acea-Präsident dürften Källenius die Themen Dekarbonisierung, Regulatorik und Wettbewerbsfähigkeit Europas weiter beschäftigen. Den Manager treibt auch die Frage um, wie sich Europa etwa bei seltenen Erden oder Rohstoffen resilienter aufstellen kann. In den vergangenen Wochen stand die Branche unter Druck, weil Halbleiter des niederländisch-chinesischen Konzerns Nexperia knapp waren.

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Der Acea-Präsident macht seine Aufgabe im Ehrenamt. Für Källenius ist das eine zeitliche Zusatzbelastung – denn schon im Hauptberuf hat er genügend Herausforderungen zu bewältigen.

So kämpft Mercedes mit zunehmender Konkurrenz aus China, Strafzöllen in den USA, rückläufigen Gewinnen und schrumpfenden Absatzzahlen. Gleichzeitig muss Källenius die größte Modelloffensive der Konzerngeschichte stemmen. „Neben dem Tagesjob bei Mercedes-Benz ist meine Spätschicht wegen der Acea-Tätigkeit länger geworden“, sagte der 56-Jährige im Sommer dem Handelsblatt.

Die Amtszeit des Acea-Präsidenten ist auf ein Jahr angelegt und kann einmal verlängert werden. Die Wiederwahl durch das Board of Directors von Källenius Anfang Dezember dürfte daher Formsache sein. In dem Gremium sitzen etwa Volkswagen-Chef Oliver Blume, BMW-CEO Oliver Zipse oder Ferrari-Chef Benedetto Vigna.

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Källenius folgte diesen Januar auf den früheren Renault-Chef Luca de Meo. Davor hatte BMW-Chef Zipse den Job zwischen 2021 und 2022 inne. Der Lobbyverband wurde 1991 unter dem französischen Namen l’Association des Constructeurs Européens d’Automobiles gegründet.

Erstpublikation: 24.11.2025, 13:34 Uhr.

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