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Thyssen-KruppTekin Nasikkol leitet künftig den Konzernbetriebsrat

Nach dem Wechsel von Dirk Sievers ins Management steht sein Nachfolger fest. Die Stahlsparte gewinnt in der Diskussion um einen Konzernumbau an Bedeutung. 14.06.2023 - 18:17 Uhr Artikel anhören

Tekin Nasikkol sagte auf der Demonstration der IG Metall am Mittwoch: „Wenn die Transformation zu scheitern droht, musst du den Stahlhammer rausholen.“ Danach übergab er den Hammer an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Die Arbeitnehmervertretung bei Thyssen-Krupp sortiert sich neu: Der bisherige Betriebsratschef der Stahlsparte, Tekin Nasikkol, hat den Vorsitz der Mitarbeitervertretung auf Konzernebene übernommen.

Der langjährige Konzernbetriebsratschef Dirk Sievers hatte am Dienstag seinen Wechsel ins Management der Weißblech-Tochter Rasselstein bekannt gegeben. Der Konzernbetriebsrat hat am Dienstag dann seine Nachfolge geklärt, wie das Handelsblatt am Dienstag berichtet hat.

Nasikkol werde seine Funktionen als Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Thyssen-Krupp Steel Europe sowie als Betriebsratsvorsitzender am Standort Duisburg beibehalten, heißt es in einem Brief an die Mitarbeiter, der dem Handelsblatt vorliegt. Es sei Aufgabe des Konzernbetriebsrats, darauf zu achten, dass bei jeder Weiterentwicklung der Segmente und der einzelnen Geschäfte das Wohl der Beschäftigten nicht aus dem Fokus gerate, wird er darin zitiert: „Gemeinsam wollen wir die zukünftigen Herausforderungen selbstbewusst und im Interesse aller Thyssen-Krupp-Mitarbeitenden angehen.“

Schon länger versucht sich der Vorstand des Ruhrkonzerns an einem groß angelegten Konzernumbau, nachdem sich das Unternehmen durch den Verkauf seiner Aufzugsparte aus einem jahrelangen finanziellen Engpass befreit hatte.

Dabei hatte die frühere Vorstandschefin Martina Merz, die im Mai freiwillig aus dem Unternehmen ausgeschieden war, versucht, aus dem eng verflochtenen Industriekonglomerat eine schlankere Unternehmensgruppe zu formen. Die Stahlsparte sollte möglichst als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert werden – was bislang aber an den schlechten Marktbedingungen gescheitert war.

Keine Blockade der Verselbstständigung zu erwarten

Merz’ Nachfolger, der spanische Manager Miguel Ángel López Borrego, hat bereits erklärt, dass auch er zeitnah eine Lösung für das Geschäft finden will. Denn aus eigener Kraft kann das Stahlgeschäft kein Geld verdienen, daher ist ein Verkauf im Moment schwer umsetzbar.

Mit Tekin Nasikkol dürften die Interessen der Stahlsparte noch wichtiger bei Thyssen-Krupp werden.

Foto: Reuters

Andererseits sind die Verluste in der Stahlsparte maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Konzern zuletzt in die roten Zahlen gerutscht ist. Gleichzeitig macht der Umbau zu klimaneutralen Produktionsverfahren Milliardeninvestitionen nötig, die das Unternehmen nur mit Staatshilfe stemmen kann.

Mit dem neuen Konzernbetriebsratschef Tekin Nasikkol dürften die Interessen der Stahlsparte in dieser Diskussion an Bedeutung gewinnen. Denn der gelernte Schmelzschweißer, der seine wirtschaftlichen Kompetenzen Anfang der 2000er-Jahre mit einem BWL-Studium ausbaute, ist sowohl dem Stahlgeschäft als auch der Gewerkschaftsarbeit seit dem Beginn seiner Karriere verbunden.

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Blockieren wird er eine Verselbstständigung allerdings wohl nicht. So hatte er sich in der Vergangenheit eher dafür ausgesprochen, die Stahlsparte mit ausreichend finanziellen Mitteln zu versorgen, sollte das Geschäft ausgegliedert werden.

isa, kekn
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