VW: Privatkundengeschäft mit Elektroautos bricht in Europa ein
Die elektrische Neuauflage des klassischen Bullis kann die Verkaufserwartungen bisher nicht erfüllen.
Foto: IMAGO/MiSDüsseldorf, Berlin. Nach Schwächen im Chinageschäft hat Volkswagen auch auf dem Heimatmarkt mit Nachfrageproblemen bei seinen Elektromodellen zu kämpfen. Im Privatkundensegment lägen die Auftragseingänge in Deutschland deutlich unter dem geplanten Jahresziel, berichtet ein Insider aus Händlerkreisen dem Handelsblatt.
Betroffen seien alle batterieelektrischen Modelle von Volkswagen, also ID.3, ID.4, ID.5 und ID.Buzz. Eine Sprecherin der Marke VW bestätigte auf Anfrage, dass das Unternehmen zurzeit „ebenso wie andere Automobilhersteller eine allgemeine Kaufzurückhaltung bei Elektroautos“ spüre.
Laut Zahlen des Datendienstleisters Marklines hat Volkswagen zwischen Januar und Mai 97.000 Einheiten seiner ID-Modelle in Europa gebaut, aber nur 73.000 davon verkauft. Produziert werden die E-Modelle größtenteils in den Werken Zwickau, Dresden und Hannover.
Laut mehreren Händlern hätten vor allem die gesunkene Elektroförderung, die hohe Inflation und immer noch vergleichsweise hohe Preise die Nachfrage nach Elektroautos hinter die Pläne zurückfallen lassen. Für den schärfsten Konkurrenten im Elektrogeschäft gilt das nicht. Allein zwischen Januar und Mai dieses Jahres hat Tesla mehr als 100.000 Model Y in Europa verkauft – mehr als alle VW-Modelle zusammen.