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ZeissMitarbeiter bekommen Erfolgsbeteiligung von 3600 Euro

Die derzeitige Schwäche der Halbleiterindustrie kann dem Optikkonzern nur wenig anhaben. Zeiss-Chef Karl Lamprecht steckt Milliarden in den Ausbau der Chiptechnologie.Martin-W. Buchenau 29.12.2023 - 07:33 Uhr

Stuttgart. Viele Industrieführer klagen derzeit über den Standort Deutschland – einer nicht: Karl Lamprecht. „Ich kann den Standort weder verteufeln noch mich beschweren“, sagte der Chef des Optikkonzerns Carl Zeiss am Dienstag bei der Präsentation der Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahrs. „Wir erwarten etwas Gegenwind, aber wir werden unseren Wachstumskurs fortsetzen.“ 

Im Geschäftsjahr 2022/23 hat Zeiss den Umsatz um 15 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro gesteigert. Lamprecht hatte bereits Ende November im Interview mit dem Handelsblatt angekündigt, dass die Erlöse erstmals zweistellige Milliardenhöhe erreicht haben. Der Gewinn legte um 100 Millionen auf 1,25 Milliarden Euro zu. Die Beschäftigten erhalten eine Erfolgsbeteiligung von 3600 Euro.

In den Ausbau der Fertigung vor allem der Chiptechnologie will der Konzern in den kommenden fünf Jahren 3,5 Milliarden Euro investieren, davon drei Milliarden in die deutschen Werke Oberkochen, Aalen und Jena. Der Konzern berichtet von 1900 offenen Stellen, 1500 davon in Deutschland. „Wir haben einen guten Ruf und bekommen bislang auch die Leute, die wir brauchen“, sagte Lamprecht.

Zeiss investiert stark in Forschung und Entwicklung

Zeiss profitiert von der hohen Nachfrage nach Optiken zur Halbleiterbelichtung, Medizintechnik und Messtechnik, beispielsweise für die Fertigung von Batterien und neuen Elektroautos, sowie Mikroskopen für die Krebsforschung. Der Fokus liegt dabei auf einer zunehmenden Digitalisierung der Produkte durch Software.

Auch beim Ausblick zeigt sich der gebürtige Österreicher betont optimistisch: Der Umsatz soll wieder mit zweistelligen Raten wachsen. Bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung peilt Lamprecht eine für die Branche rekordverdächtige Quote von 15 Prozent der Erlöse an. Und die Rendite soll zumindest möglichst nah an die zuletzt erreichten 15 Prozent herankommen. „Uns sind Preiserhöhungen gelungen, und ich sehe nicht, warum wir nicht wieder eine zweistellige Rendite erreichen sollten“, sagte Lamprecht.

Der Konzern ist innerhalb von sieben Jahren um 18.000 Beschäftigte auf 43.000 gewachsen. Die Hälfte davon arbeitet in Deutschland. Allein im vergangenen Jahr kamen über 4000 neue Mitarbeitende hinzu. Fundament des Optimismus ist ein Auftragspolster von 10,8 Milliarden Euro.

Alle Bereiche haben laut Lamprecht im vergangenen Jahr zum Wachstum beigetragen. Größter Treiber bleibt die Halbleitertechnik, die schon im abgelaufenen Jahr mit einem Plus von 29 Prozent auf inzwischen 3,5 Milliarden Euro Umsatz anstieg.

Schwäche am Halbleitermarkt betrifft Zeiss kaum

Die derzeitige Schwäche der Halbleiterindustrie kann Zeiss laut Lamprecht nur wenig anhaben. Der Stiftungskonzern beliefert den niederländischen Maschinenbauer ASML unter anderem mit den Optiken für die sogenannte EUV-Technologie. Nur mit diesem extrem ultravioletten Licht können die modernsten Chips für Smartphones hergestellt werden. Es ist ein weltweites Monopol.

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Und Zeiss entwickelt bereits die nächste Generation mit der Bezeichnung High-NA-EUV. Damit lassen sich künftig noch leistungsfähigere und energieeffizientere Chips zu geringeren Kosten produzieren. Die erste dieser Optiken wurde bereits an ASML ausgeliefert, bestätigt Lamprecht. Auch das nährt den Optimismus des Managers, dass die Wachstumsstory in Oberkochen weitergeht.

Erstpublikation: 19.12.2023, 15:15 Uhr.

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