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Dax aktuellDax setzt Rally fort

Übernahmespekulationen durch einen chinesischen Investor sorgen für einen Kurssprung bei der Aktie von Ceconomy, der Muttergesellschaft von Saturn und Media Markt.Jürgen Röder 15.11.2023 - 16:14 Uhr aktualisiert

Düsseldorf. Seit Dienstag ist die Börsenwelt verändert. Die Belastung durch weiter steigende Zinsen ist durch die positiven US-Inflationsdaten am Dienstag deutlich kleiner geworden.

Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren US-Zinserhöhung wird nun mit null Prozent gepreist, 80 Prozent der Profis rechnen im Mai mit einer ersten Zinssenkung in den USA. Und die Wahrscheinlichkeit einer ersten Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank bereits im April liegt jetzt bei 80 Prozent.

Hinzu kamen positive Nachrichten aus den USA und China. Im Reich der Mitte ziehen die Einzelhandelsumsätze wieder an. Und in den USA scheint der befürchtete Stillstand der Regierungsgeschäfte vorerst abgewendet zu sein. Eine Jahresendrally rückt so stärker in den Fokus.

Der Dax hat am Mittwoch um 0,9 Prozent im Plus bei 15.748 Zählern geschlossen. Das Tageshoch lag bei 15.760 Zählern, gleichzeitig der höchste Punkt der Sieben-Prozent-Rally seit Ende Oktober. Bereits am gestrigen Dienstag ist der Leitindex um 1,8 Prozent auf 15.614 Punkte gestiegen.

Für Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets ist „damit aus technischer Sicht die Bodenbildung abgeschlossen und die Korrektur beendet“. Die hatte den Index um rund elf Prozent bis auf 14.630 Punkte abrutschen lassen.

Die letzte Bastion, die es auf dem Weg Richtung 16.000 Zähler zu überwinden gilt, ist die 200-Tage-Linie bei aktuell 15.645 Zählern. Sollte diese Linie nachhaltig überwunden werden wäre der Weg für eine Jahresendrally laut Charttechnik frei. Dafür reicht am Donnerstag ein Eröffnungskurs oberhalb der Linie.

Erneut waren es besser als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten, die dem Markt eine neue Richtung gegeben haben. Bereits am 10. November des vergangenen Jahres endete nach fallenden Verbraucherpreisen der damalige Bärenmarkt.

Damals überwand der Leitindex dynamisch die 200-Tage-Linie. Diese Linie wird vor allem von langfristigen Investoren beachtet. Es war der Start für die Aufwärtsbewegung bis zum neuen Rekordhoch Ende Juli mit 16.528 Zählern.

Hoffen auf die zweite Rallyphase

Optimisten hoffen nun auf eine zweite Rallyphase. Denn die Dax-Historie zeigt: Innerhalb eines Bullenmarkts wird oft nach dem Ende der ersten Korrektur, also einem Rückgang von mindestens zehn Prozent, die Aufwärtsbewegung anschließend fortgesetzt.

Die letzte Blaupause für solch eine zweite Rallyphase gab es Ende 2020. Der Dax rutschte damals von Anfang September bis Ende Oktober um 16 Prozent ab. Anfang November verlor Donald Trump die Präsidentenwahl und der erste Corona-Impfstoff wurde zugelassen. Es folgte die zweite Welle der Dax-Rally nach dem Corona-Crash, die das Börsenbarometer 2021 in der Spitze um weitere 38 Prozent nach oben klettern ließ.

Ähnliche Wellenbewegungen lassen sich auch in diesem und im vergangenen Jahr beobachten. Die erste Rally-Phase lief somit nach dem 2022er-Crash von Oktober bis Mai.

Der Start in die zweite Rallyphase geht fast immer mit einem deutlichen Stimmungsumschwung unter den Anlegern einher. Diese Voraussetzung ist gegeben. Nach Angst und Panik Ende Oktober dieses Jahres ist die Stimmung laut der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment in der ersten Novemberwoche um 8,4 Prozentpunkte auf einen Wert von plus 2,3 Punkten nach oben geschnellt. Einen ähnlichen Stimmungsumschwung gab es auch Anfang 2020.

Blick auf Einzelwerte

Ceconomy: Übernahmespekulationen haben die Aktien beflügelt. Die Titel der Elektronikhandelsholding zogen 16,6 Prozent an. Händler verwiesen auf einen Bericht des „Manager Magazins“, demzufolge der chinesische Online-Handelsriese JD.Com Interesse an der Muttergesellschaft von Media Markt und Saturn zeige. Den Weg dafür solle die Übernahme eines Aktienpakets des Mischkonzerns Haniel ebnen.

Die Gespräche liefen bereits seit dem Sommer, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf Insider. Ob es tatsächlich in den kommenden Monaten zu einem Abschluss komme, sei allerdings unsicher. Ceconomy war 2017 unabhängig geworden, der damalige Metro-Konzern wurde aufgespalten.

Siemens Energy: Die Aktie kletterte nach den Zahlen für das vierte Geschäftsquartal und der Einigung auf einen Anteilsverkauf am Indien-Geschäft um beinahe neun Prozent nach oben.

Infineon: Mitten in einer milliardenschweren Investitionsoffensive hat das Unternehmen Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn erzielt. Außerdem soll die Dividende auf 0,35 von 0,32 Euro je Aktie steigen. Die Aktie stieg um 9,6 Prozent.

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Grand City Properties: Wertminderungen des Immobilienbestandes haben dem Unternehmen einen erneuten Verlust eingebrockt. Das Minus für die ersten neun Monate 2023 summiere sich auf 398 Millionen Euro, teilte die Immobilienfirma am Mittwoch mit. Das für die Branche wichtige Ergebnis aus dem operativen Geschäft (FFO) sei wegen höherer Finanzierungskosten um zwei Prozent auf 141 Millionen Euro zurückgegangen.

Dieses Minus sei geringer als befürchtet, sagte ein Börsianer. Die Aktie beendete den Handelstag ein Prozent im Minus.

Erstpublikation: 15.11.2023, 09:15 Uhr

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