Leadership-Talk: Susanne Kunschert über Glaube, Gebete und Gefühle: „Ich verstecke mich nicht“
Düsseldorf. Ob in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft: Leadership ist das Thema der Stunde. Deswegen spricht Handelsblatt-Vizechefredakteurin Kirsten Ludowig im Leadership-Talk mit Topmanagerinnen, Unternehmerinnen und anderen klugen Köpfen über Führung in allen Facetten – und nicht über Strategien oder Zahlen. Dieses Mal mit Familienunternehmerin Susanne Kunschert, Co-Chefin beim Automatisierungsspezialisten Pilz.
Frau Kunschert, das Jahr 2023 war schwierig. Waren Sie mal am Limit?
Nein.
Das kann ich kaum glauben!
Das mag tatsächlich schwer zu glauben sein. Aber meine Batterie läuft nicht leer, weil ich sie immer rechtzeitig wieder auflade.
Und was ist Ihr Geheimnis?
Ich mache täglich Gebetspausen, in denen alles in mir und um mich herum zur Ruhe kommt. Das führt zu innerer Freiheit und gibt mir jedes Mal neue Energie.
Wie machen Sie das im Alltag? Beten Sie zu festen Zeiten oder bei Bedarf?
Es gibt ein Büchlein, das heißt „Magnificat“. Da sind ein Morgengebet und ein Abendgebet drin. Und dann natürlich vor dem Essen. Ich bete auch im Auto, aber seit ein paar Monaten habe ich eine Fahrgemeinschaft mit zwei Mitarbeitern. Da reden wir über die Arbeit oder hören Musik. Doch wenn ich allein von der Firma heimfahre, das sind so 20 Minuten, übergebe ich den Tag an Jesus, entlade mich sozusagen geistig. Wenn ich das Bedürfnis habe, bete ich während Terminen, also zweigleisig. Wenn man das übt, ist das Gebet neben dem Gespräch möglich.