Computer Vision: KI erkennt Krebs, den Ärzte nicht sehen
Dortmund, Sankt Augustin, Karlsruhe. Johannes Dorn fühlt sich auf einmal schwach und muss oft husten. Als der 35-Jährige zum Arzt geht, ist auf dem Röntgenbild für den Experten nichts zu erkennen. Aber Dorn, der eigentlich anders heißt, geht es auch nach Wochen nicht besser.
Dass sein Tumor am Ende doch noch erkannt wird, hat er Karsten Ridder zu verdanken. Ridder ist Chefarzt im Medizinischen Versorgungszentrum Prof. Dr. Uhlenbrock und Partner in Dortmund. Und er hat dafür gesorgt, dass seit 2020 jedes Röntgenbild an den 19 Standorten des Praxisverbundes auch von einer Künstlichen Intelligenz (KI) gecheckt wird. Bei Dorn schlägt das System an.
„Die KI hat den Tumor mit einer Sicherheit von zehn von zehn festgestellt, obwohl er hinter dem Herzen liegt“, sagt Ridder. Aber der Radiologe macht seinem Kollegen keinen Vorwurf: „Mit bloßem Auge ist das kaum zu erkennen.“
KI hat Johannes Dorn das Leben gerettet.
Computer Vision: Deutscher KI-Forscher vorn dabei
Noch vor wenigen Jahren wäre es der KI nicht möglich gewesen, die lebensrettende Diagnose zu stellen. Dabei versuchen Wissenschaftler schon lange, Computern das Sehen beizubringen. Im Fachgebiet Computer Vision entwickeln sie Systeme, die mit einer Kamera Bilder aufnehmen und automatisch analysieren können.