Künstliche Intelligenz: Microsoft fordert mit neuen KI-Assistenten Softwarefirmen wie SAP heraus
San Francisco. Microsoft will von einem neuen KI-Assistenten sensible Finanzdaten in Firmen auswerten und steuern lassen. Am Donnerstag stellte das Unternehmen die Anwendung „Copilot for Finance“ in San Francisco erstmals öffentlich vor. „Das ist ein wichtiger Schritt für Geschäftskunden“, sagte Charles Lamanna, der bei Microsoft für die Entwicklung von Geschäftskunden-Anwendungen verantwortlich ist.
Der Assistent baut zwar auf der Technik der Partnerfirma OpenAI auf. Anders als deren KI-Textroboter ChatGPT soll Microsofts Finanz-Copilot aber keine Probleme mehr mit Rechenaufgaben haben. „Zahlen lassen wir separat ausrechnen. Dafür nutzen wir das Sprachmodell nicht“, sagte Lamanna. Dadurch liege „die Fehlerrate unserer KI-Assistenten im einstelligen Prozentbereich.“ Den neuen Copiloten können Firmenkunden zunächst ausprobieren. Wie viel die fertig entwickelte Anwendung Firmenkunden später kosten wird, sagte Microsoft nicht.
Mit dem Finanzassistenten erweitert Microsoft das eigene Angebot von spezialisierten KI-Assistenten. Im Herbst hatte das Unternehmen bereits Varianten für Vertrieb, Marketing und Kundenservice auf den Markt gebracht.
Microsoft will „Rolle bei Geschäftsanwendungen neu definieren“
Microsoft könnte mit den Assistenten auch Anbietern von Unternehmenssoftware Konkurrenz machen wie SAP, Salesforce oder Service Now. „Wir nutzen diesen KI-Moment, um unsere Rolle bei Geschäftsanwendungen neu zu definieren“, kündigte Microsoft-CEO Satya Nadella Ende Januar an. „Unternehmen nutzen unsere KI-gestützten Anwendungen, um ihre Marketing-, Vertriebs-, Service-, Finanz- und Lieferkettenfunktionen zu verbessern.“