Bitcoin: Esma-Chefin warnt vor Risiken bei Krypto-Investitionen
Frankfurt, Düsseldorf. Die EU-Finanzmarktaufsicht Esma warnt Privatanleger nach dem jüngsten Rekordhoch des Bitcoins vor Investitionen in Kryptwährungen. Esma-Chefin Verena Ross sagte am Donnerstag beim Finanzplatztag der „Börsen-Zeitung“ in Frankfurt: „Ich mache mir Sorgen, dass viele in diesen Boom reingezogen werden können – in Investitionen, wo sie sich nicht darüber im Klaren sind, wie risikoreich sie sind.“
Ross wies darauf hin, dass die Kurse von Kryptowährungen stark schwankten. Erst 2022 habe es einen „enormen Einbruch“ am Kryptomarkt gegeben. Krypto sei ein Bereich, „der absolut volatil bleiben wird und sicherlich auch große Risiken birgt“, warnte sie.
Zudem könne es Probleme geben, „die häufig mit der Sicherheit der Anlagen einhergehen, wie wir ja mit FTX und anderen gesehen haben“, sagte die Esma-Chefin. Die einst zweitgrößte Kryptobörse FTX hatte Kundengelder veruntreut und meldete im November 2022 Insolvenz an. Einige Anleger warten bis heute auf ihr Geld.
Der Bitcoin, die älteste und wichtigste Cyberdevise, ist seit Jahresbeginn um mehr als 50 Prozent gestiegen. Am Dienstag erreichte er ein Rekordhoch von 69.171 Dollar. „Das Bitcoin-Fieber ist damit endgültig ausgebrochen“, sagte Analyst Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus. „Die Anleger befinden sich im ‚Risk-on-Modus‛, strömen in riskante Anlageklassen und verschwenden an potenzielle Risiken und Nebenwirkungen eines Investments derzeit keine Gedanken.“
Neben dem Bitcoin legten zuletzt auch einige Meme-Coins zu. Sie sind nach in der Internetkultur beliebten Charakteren, Personen, Tieren oder Kunstwerken benannt, bieten aber keine Anwendungsfälle und sind somit praktisch wertlos. Steigen diese Coins stark, war das in der Vergangenheit ein Zeichen für ein verstärktes Engagement von Privatanlegern am Kryptomarkt, erklärt Researchchef André Dragosch vom Kryptoemittenten ETC Group.
Warnung vor dem Krypto-Hype
Ein Grund für den neuen Bitcoin-Rekord ist aus Sicht von Experten eine Entscheidung der US-Börsenaufsicht SEC. Sie ließ im Januar erstmals börsengehandelte Fonds (ETFs) zu, die die Kursbewegung des Bitcoins direkt abbilden. Seitdem haben US-Anleger ein reguliertes Produkt mit hoher Liquidität, mit dem sie auf die Entwicklung des Bitcoins wetten können, ohne ihn direkt halten zu müssen.
Gleichwohl machte SEC-Chef Gary Gensler deutlich, dass er Kryptowährungen immer noch skeptisch gegenüberstehe. Der „Bitcoin ist in erster Linie ein spekulativer, volatiler Vermögenswert, der auch für illegale Aktivitäten wie Geldwäsche, die Umgehung von Sanktionen und Terrorismusfinanzierung genutzt wird“, sagte er. Daher sollten Anleger vorsichtig bleiben.
Auch die Esma hat Verbraucherinnen und Verbraucher schon mehrfach vor den Risiken von Kryptowerten gewarnt. „Sie sind für die meisten Endverbraucher als Geldanlage oder als Zahlungs- oder Tauschmittel nicht geeignet“, erklärte die Esma beispielsweise 2022 in einer gemeinsamen Erklärung mit anderen EU-Aufsichtsbehörden.
Erstpublikation: 07.03.2024, 14:51 Uhr.