Vermögensverwaltung: Wie die deutschen Familienunternehmen ihr Geld anlegen
Frankfurt, Düsseldorf. Viele Familienunternehmen denken beim Management ihres Vermögens neu. Zuletzt haben beim Erhalt der Familienvermögen Zinspapiere eine wichtige Rolle gespielt, zukünftig setzen die Anlagestrategen aber stark auf Aktien und Beteiligungen. Das zeigt das Wir-Barometer des Magazins für Unternehmerfamilien sowie des Vermögensverwalters Pictet und der Wifu-Stiftung hervor, das dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.
Die Unternehmerfamilien in Deutschland profitierten 2023 vor allem von der Anlage in festverzinslichen Papieren. Immerhin 60 Prozent der Familienunternehmen erreichten oder übertrafen ihre Anlageziele in diesem Segment gegenüber 33 Prozent im Vorjahr.
Die Studienautoren befragten am Ende des vergangenen Jahres 257 Personen und bezogen sich auf die erste Jahreshälfte. Die Investments in Aktien fielen etwas schwächer aus. 43 Prozent erreichten hier ihre Erwartungen oder übertrafen diese, 27 (Vorjahr: 60) Prozent wurden enttäuscht.
Insgesamt werden die Ziele der Unternehmerfamilien immer anspruchsvoller. Die größte Gruppe, 43 Prozent, peilt eine nominale Rendite zwischen fünf und zehn Prozent an, sieben Prozent der Befragten wollen mindestens zehn Prozent erreichen. „Es gehört zur DNA der Unternehmerfamilien, dass sie anspruchsvolle Renditeziele haben“, sagt Armin Eiche, CEO vom Pictet Wealth Management für Deutschland. Allerdings seien mindestens zehn Prozent Rendite langfristig nur schwer zu erreichen. „Sieben bis acht Prozent sind realistischer“, sagt Eiche.