Signa-Gründer: Gläubiger fordern von René Benko zwei Milliarden Euro
Düsseldorf. Sein Insolvenzverfahren als Einzelunternehmer nimmt René Benko offenbar besonders ernst. Während er bei den Terminen der anderen laufenden Verfahren und auch beim Untersuchungsausschuss des österreichischen Parlaments stets mit Abwesenheit glänzte, erschien er an diesem Montag überraschend persönlich zur ersten sogenannten Prüfungstagsatzung im Landesgericht Innsbruck.
Es war wohl der erste öffentliche Auftritt von Benko, seit sein einst stolzes Signa-Imperium zusammengebrochen ist. Wobei die eigentliche Verhandlung dann hinter verschlossenen Türen stattfand.
Und doch werden nun erste Details bekannt – und es zeigt sich erstmals, um was es persönlich für den umstrittenen Unternehmer tatsächlich geht. Wie nun die Gläubigerschutzvereine Creditreform und AKV Europa mitteilten, haben 28 Gläubiger in dem Verfahren Forderungen in Höhe von insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro angemeldet. Und womöglich wird das noch mehr.
So betonen Gläubigerschützer, dass die am 10. April abgelaufene Anmeldefrist keinen endgültigen Ausschluss weiterer Forderungen bedeuten muss. „Es bleibt abzuwarten, ob aufgrund der derzeit in Prüfung befindlichen Rolle von René Benko im Signa-Konzern weitere Ansprüche geltend gemacht werden“, teilte AKV Europa mit. Es könnten deshalb noch nachträglich zusätzliche Forderungen gemeldet werden.