Handelsstreit: China-Schock für Europa
Berlin, Peking, Düsseldorf. Amerikas Abschottungspolitik gegenüber China setzt die EU unter Zugzwang. Ökonomen und Wirtschaftsvertreter warnen vor einem „China-Schock“ für europäische Unternehmen, bedroht sind vor allem der Maschinenbau, die Hersteller von Windturbinen und die Autoindustrie. „Ein China-Schock steht in einigen Sektoren bevor, in einigen hat er schon stattgefunden“, sagte IfW-Präsident Moritz Schularick dem Handelsblatt.
Grund sind Chinas hohe Produktionskapazitäten in Schlüsselbranchen. Wegen der schwachen Nachfrage auf dem Heimatmarkt drängen chinesische Unternehmen auf die Weltmärkte.
Die USA sind nicht bereit, als Absatzmarkt für diese Produkte zu dienen. Am Dienstag verkündete das Weiße Haus einen massiven Anstieg der Zölle auf Produkte aus China, darunter E-Autos, Halbleiter, Solarzellen, Batterien und Hafenkräne. Allein auf E-Autos werden die Zölle von 25 Prozent auf mehr als 100 Prozent angehoben. China flute die globalen Märkte mit künstlich verbilligten Exporten, begründete die US-Regierung die Maßnahmen.
Der Schritt der USA war erwartet worden und verstärkt den Druck auf die EU-Kommission, den europäischen Markt ebenfalls zu schützen. Die Kommission hat bereits Untersuchungen zu chinesischen Subventionen in verschiedenen Sektoren gestartet. Im Falle der chinesischen E-Autos dürfte die Entscheidung im Juli bekannt gegeben werden. Eingeweihte lassen durchblicken, dass der Zoll zwischen 25 bis 40 Prozent liegen könnte. Auch die deutsche Wirtschaft dringt darauf, europäische Unternehmen besser zu schützen.