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FerrariErstes Elektroauto soll mindestens 500.000 Euro kosten

Bislang ist Ferrari für seine lautstarken Benzinmotoren weltbekannt. Im kommenden Jahr soll das erste E-Modell starten – und wohl fünfmal so teuer werden wie ein Porsche Taycan.Christian Wermke 19.06.2024 - 11:25 Uhr aktualisiert
Der italienische Sportwagenhersteller will 2025 sein erstes Elektroauto auf den Markt bringen. Foto: dpa

Rom. Wie der erste vollelektrische Ferrari aussehen wird, ist eines der bestgehütetsten Geheimnisse in der Welt der Luxusautos. Aber ein entscheidendes Detail für den Wagen, der von der Edelmarke aus Maranello für Ende 2025 angekündigt wurde, ist nun durchgesickert: Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch unter Berufung auf Insider berichtet, soll der erste Elektro-Ferrari mindestens 500.000 Euro kosten.

Der Preis enthalte noch keine persönlichen Extras und Individualausstattungen, die bei den Italienern in der Regel mit 15 bis 20 Prozent auf den Grundpreis zu Buche schlagen. Ein Porsche Taycan ist beispielsweise ab 100.000 Euro zu haben.

Laut dem Insider soll auch ein zweites E-Auto-Modell in der Entwicklung sein, aber noch in einem sehr frühen Stadium. Ferrari will sich auf Handelsblatt-Nachfrage nicht zu den „Spekulationen oder Vermutungen“ äußern. Man werde weitere Details zum E-Auto „zum gegebenen Zeitpunkt“ kommunizieren.

Für die Elektroautos baut Ferrari auf dem Werksgelände in Maranello derzeit eine komplett neue Halle. Nur die Batteriezellen sollen zugekauft werden, der Rest wird vor Ort produziert, unter anderem Elektromotor, Wechselrichter, selbst die Batteriemodule.

In wenigen Monaten soll das Werk komplett hochgelaufen sein. Laut dem Reuters-Insider dürfte es eine Kapazität von bis zu 20.000 Autos haben. Im vergangenen Jahr wurden bei Ferrari mehr als 13.600 Fahrzeuge ausgeliefert, ein neuer Rekord.

Ferrari macht mehr als eine Milliarde Euro Gewinn

Der Umsatz stieg 2023 auf rund 5,9 Milliarden Euro, der Nettogewinn überschritt mit 1,257 Milliarden Euro erstmals die Milliardengrenze. Extrem rentabel bleibt das industrielle Kerngeschäft: Die Ebit-Marge stieg 2023 erneut und liegt nun bei 27,1 Prozent. Kein anderer Autohersteller auf der Welt ist derzeit profitabler unterwegs.

Ferrari-Chef Benedetto Vigna hatte den Aktionären im April erklärt, dass „das hochmoderne Werk uns für die kommenden Jahre eine Flexibilität und technische Kapazität garantieren wird, die über unseren Bedarf hinausgeht“.

Im Handelsblatt-Interview im Dezember 2023 umschrieb Vigna das geplante E-Modell so: „Es wird ein Ferrari sein.“ Die Leistung, das Design, die Fahrweise: Alles werde einzigartig sein, „wie bei allen anderen Modellen auch“. Damals kündigte Vigna aber auch an, dass er weiter in den Verbrenner investieren wird.

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Ferrari-Chef Benedetto Vigna: „Andere sind vollständig grün, wir werden das nicht sein“

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„Andere Unternehmen sind bei ihren Produkten vollständig grün, wir werden das nicht sein.“ Es werde Verbenner, Hybride und Elektromodelle geben. Aber der Trend ist eindeutig: Schon ab 2030 sollen jeweils 40 Prozent der Autos hybrid und vollelektrisch sein.

Auch der andere große Luxushersteller aus Italien, die zum VW-Konzern gehörende Marke Lamborghini, setzt künftig auf einen reinen Elektrosportwagen. Allerdings braucht der Rivale etwas länger als Ferrari: Erst 2028 soll der E-Lamborghini auf den Markt kommen.

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