Transformation: Wie KI die Rechts- und Steuerberatung revolutioniert
Frankfurt. In einer Ära, in der technologische Fortschritte die Grenzen des bisher Vorstellbaren verschieben, nimmt die Künstliche Intelligenz (KI) eine zentrale Rolle in der Neudefinition von Berufsfeldern ein. Die allgemeine Künstliche Intelligenz, eine Form der KI, die jede intellektuelle Aufgabe eines menschlichen Geistes verstehen, lernen und anwenden kann, steht kurz vor ihrer Einführung.
Diese Entwicklung verspricht eine nie da gewesene Transformation. Auch für Anwälte und Steuerberater kündigt sich ein Wandel an, der das Verständnis ihrer Professionen infrage stellt.
Die Einführung der Künstlichen Intelligenz in die Rechts- und Steuerberatung hat großes Potenzial. Bisherige Technologien ergänzten lediglich die menschliche Expertise, ohne die Rolle eines Anwalts oder Steuerberaters grundlegend zu hinterfragen.
Nun aber verspricht die KI-Entwicklung eine andere Intensität. Wir stehen am Beginn einer Ära, die nicht mehr graduell, sondern in einem gewaltigen Sprung, angeführt von der allgemeinen Künstlichen Intelligenz, den Sektor transformieren wird.
Die rasante Entwicklung der KI, insbesondere durch fortschrittliche große Sprachmodelle wie GPT-4, markiert einen Wendepunkt. Wir erleben einen Paradigmenwechsel, in dem KI nicht mehr nur unterstützt, sondern menschliche Fähigkeiten erweitert und sogar übertrifft. Diese Entwicklung kündigt eine tiefgreifende Veränderung in der Art und Weise an, wie juristische und steuerliche Beratung verstanden und angeboten wird.
KI: Bruchteil der herkömmlichen Kosten
Mit der nahenden Ära der allgemeinen Künstlichen Intelligenz beginnt ein Zeitalter, in dem digitale Agenten Aufgaben übernehmen können, die bisher menschlichen Juristen vorbehalten waren. Diese Technologien bieten Zugang zu einem nahezu unerschöpflichen Wissensreservoir.
Die Implikationen sind weitreichend und könnten die rechtliche Beratung grundlegend verändern, indem qualitativ hochwertige Beratungsleistungen zu einem Bruchteil der herkömmlichen Kosten verfügbar gemacht werden.
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In dieser sich wandelnden Landschaft steht auch die juristische Ausbildung im Mittelpunkt. Die Ausbildung muss sich an eine Welt anpassen, in der allgemeine Künstliche Intelligenz einen Großteil der Aufgaben übernimmt. Die Herausforderung besteht darin, Studierende auf die Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz vorzubereiten und ihnen Fähigkeiten zu vermitteln, die über das klassische Rechtswissen hinausgehen.
Studierende müssen sich intensiv mit der Frage auseinandersetzen, inwieweit traditionelle Fähigkeiten, die bisher beim Berufseinstieg als essenziell galten, in der nahen Zukunft noch nachgefragt werden. Die Vorbereitung auf die Ära der allgemeinen Künstlichen Intelligenz erfordert die gezielte Entwicklung widerstandsfähiger Systeme, die sich an unvorhergesehene Veränderungen nicht nur anpassen, sondern durch sie gestärkt werden.
Entwicklung zu Kuratoren
Anwälte und Steuerberater müssen lernen, effektiv mit diesen fortschrittlichen KI-Entitäten zu interagieren, sie zu steuern und ihre Leistung zu optimieren. Die Entwicklung zu Kuratoren erfordert eine Neuausrichtung der beruflichen Aus- und Weiterbildung, mit einem starken Fokus auf die Vermittlung von Kompetenzen im Bereich der KI-Technologien.
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Es geht darum, ein Ökosystem zu schaffen, in dem Anwälte und Steuerberater die Künstliche Intelligenz nicht nur nutzen, sondern auch gestalten können. Die bevorstehende Ära der allgemeinen Künstlichen Intelligenz verspricht eine tiefgreifende Transformation der beruflichen Landschaft, die Herausforderungen mit sich bringt, aber auch ungeahnte Möglichkeiten eröffnet.
Niclas Braun ist ein deutscher Unternehmer und Investor sowie Autor der Fachzeitschrift „Betriebs-Berater“. Dieser Artikel stammt aus der Kooperation zwischen dem Handelsblatt und der Fachzeitschrift „Der Steuerberater“.
Erstpublikation: 24.06.2024, 09:20 Uhr.