Währungen: Interventionen am Devisenmarkt werden salonfähig
Frankfurt. Immer mehr Staaten rüsten sich für Interventionen am Devisenmarkt, indem sie ihre Währungsreserven weiter ausbauen. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind es vor allem große Schwellenländer, die eine hohe Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen zeigen, um ihre eigene Währung zu stützen.
„Das Vertrauen in die Preisbildung auf den freien Märkten nimmt offensichtlich ab, und die Bereitschaft zur politischen Kontrolle mithilfe von Devisenmarktinterventionen steigt“, meint DIW-Ökonom Lukas Menkhoff, der für seine Studie Wechselkursregime und Währungsreserven auf Basis von Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) untersucht hat.
Das Ergebnis der Analyse: Mit der zunehmenden Globalisierung haben die Staaten ab den 1990er-Jahren in großem Umfang Währungsreserven aufgebaut, die für Interventionen zur Wechselkurssteuerung notwendig sind. Die Reserven stiegen demnach anteilig zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) von zwölf Prozent im Jahr 1990 auf 25 Prozent im Jahr 2022.
Seit der weltweiten Finanzkrise 2008 kam die weitere Globalisierung ins Stocken. „Nun ließe sich erwarten, dass parallel auch die Währungsreserven abnehmen oder zumindest nicht weiter steigen“, erläutert Menkhoff.