PwC, EY, KPMG, Deloitte: Wirtschaftsprüfer erwarten nach Rekordjahr Abkühlung bis 2028
Düsseldorf. Von einer Konjunkturkrise ist bei den deutschen Wirtschaftsprüfern bisher nichts zu spüren. 2023 war für die Branche ein erneutes Rekordjahr: Das gesamte Marktvolumen in Deutschland stieg um neun Prozent auf 19,8 Milliarden Euro, ermittelte die Marktforschungsgesellschaft Lünendonk & Hossenfelder in einer am Montag vorgelegten Studie.
Die Branche wächst seit mehr als zehn Jahren ungebrochen, seit 2011 hat sich das Geschäftsvolumen verdoppelt. Die Umsätze der 25 größten deutschen Anbieter legten 2023 sogar um 14 Prozent zu. Die Prüfer profitieren dabei von ihrem Modell als Multi-Dienstleister.
Die Testate von Bilanzen und Berichten ihrer Mandanten mit der dazugehörenden Beratung erweisen sich als konjunkturrobustes Geschäft. Wegen zunehmender gesetzlicher Regulierung wächst dies weiter. Ähnlich sieht es in der Steuer- und Rechtsberatung aus. Vor allem die vier großen Gesellschaften profitierten zudem von einer guten Auftragslage in der Managementberatung.
Zu den „Big Four“ zählen PwC, EY, KPMG und Deloitte. Sie machen mittlerweile etwas mehr als die Hälfte des Gesamtmarkts unter sich aus. Ihre Kräfteverhältnisse haben sich verändert: Marktführer PwC und Konkurrent Deloitte stachen 2023 mit einem Wachstum von mehr als 20 Prozent heraus. Deloitte liegt damit nur noch knapp hinter der Nummer drei KPMG, die mit nur neun Prozent das schwächste Umsatzwachstum innerhalb der Spitzengruppe verzeichnete.