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KlimawendeRegierung legt Strategie für Wasserstoff-Import vor

Wasserstoff spielt aktuell keine Rolle bei der klimafreundlichen Transformation. Auf längere Sicht soll der Wasserstoff aber grün sein – und das will die Regierung vorantreiben. 19.07.2024 - 14:54 Uhr
Importiert werden soll vor allem über Pipelines, die aus Norwegen, Großbritannien und Dänemark nach Deutschland führen sollen. Foto: Jan Woitas/dpa

Berlin. Zur Förderung der klimafreundlichen Wasserstoff-Wirtschaft plant die Bundesregierung Grundlagen für den Import des Energieträgers. Rund 50 bis 70 Prozent des benötigten Wasserstoffes müssten im Jahr 2030 eingeführt werden, heißt es in einem Strategie-Papier, das am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll und Reuters am Freitag vorlag. In dem Jahr rechnet man demnach mit 95 bis 120 Terawattstunden (TWh) Energie aus Wasserstoff. Bis 2045, dem Jahr der angepeilten Klima-Neutralität, seien es 360 bis 500 TWh plus weiteren 200 aus Derivaten wie Ammoniak.

Damit würde der Wasserstoff-Energiebedarf 2045 etwa so hoch sein wie der erwartete Strombedarf Deutschlands im Jahr 2030. „Ein robustes Ergebnis über alle Szenarien und Prognosen hinweg ist jedoch ein massiv ansteigender Bedarf an Wasserstoff und dessen Derivaten und damit einhergehend ein sehr hoher Importbedarf“, heißt es in dem Papier.

Wasserstoff spielt aktuell keine Rolle bei der klimafreundlichen Transformation. Ihm soll besonders für Industrie sowie Luft- und Schiffsverkehr eine tragende Rolle zukommen. Wasserstoff ist speicherbar und kann etwa in manchen Industrieprozessen Kohle oder Öl ersetzen, was mit Strom so nicht möglich wäre. Pläne für Aufbau und Finanzierung eines Wasserstoffnetzes sind beschlossen, ein erster Importvertrag ebenfalls. Gefördert wird zudem der Aufbau von Elektrolyseuren zur Produktion des Brennstoffes.

Auf längere Sicht soll der Wasserstoff grün sein, also mit Wind- oder Sonnenenergie erzeugt werden. Zunächst kann aber auch blauer Wasserstoff eine größere Rolle spielen. Dieser wird mit Erdgas produziert, das anfallende Klimagas CO2 unterirdisch abgespeichert.

Importiert werden soll vor allem über Pipelines, die aus Norwegen, Großbritannien und Dänemark nach Deutschland führen sollen. Das Projekt mit Dänemark gilt als am weitesten fortgeschritten. Darüber hinaus treibt die Regierung die südliche Verbindung von Algerien über Tunesien, Italien und Österreich nach Deutschland voran. Hier könnten vorhandene Erdgas-Pipelines umgewidmet werden. Parallel sollen Derivate wie Ammoniak nach Deutschland verschifft werden. Dafür müssen jedoch Import-Terminals errichtet werden, wo der Ammoniak in Wasserstoff umgewandelt werden kann.

rtr
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