Starbucks: Kaffeehauskette tauscht Chef aus – Aktie steigt um 20 Prozent
Denver, Düsseldorf. Die US-Kaffeehauskette Starbucks beugt sich dem Druck aktivistischer Investoren und tauscht den Chef aus. Laxman Narasimhan trete mit sofortiger Wirkung zurück, verkündete das Unternehmen am Dienstag. Ab dem 9. September soll Brian Niccol die Geschäfte übernehmen, der bislang die Fast-Food-Kette Chipotle Mexican Grill geleitet hat.
Bis dahin führt Finanzchefin Rachel Ruggeri das Unternehmen kommissarisch. Starbucks arbeite seit zwei Monaten an einem Führungswechsel, sagte Verwaltungsratschefin Mellody Hobson dem „Wall Street Journal“. Niccol sei auch der Wunschkandidat des ehemaligen Starbucks-Chefs Howard Schultz gewesen.
Niccol wird damit der sechste Unternehmenschef in der Geschichte von Starbucks. Er ist zudem erst der zweite externe Manager an der Spitze. Allerdings kommen schwierige Aufgaben auf ihn zu. Die einst erfolgsverwöhnte Kaffeehauskette befindet sich in einer Krise und ist dabei, ihr Geschäft neu aufzustellen.
Starbucks-Aktie legt deutlich zu
Der aktivistische Investor Elliott, der sich an Starbucks beteiligt hat, hatte zuletzt die rückläufigen Umsätze und operativen Probleme des Unternehmens kritisiert. Narasimhan hatte den Posten erst im März 2023 übernommen.
Die Anleger setzen offenbar große Hoffnungen in den neuen Unternehmenschef. Die Aktie von Starbucks legte zum Börsenstart in New York mehr als 20 Prozent zu. Die Aktie von Chipotle fiel um gut zwölf Prozent.
Niccol hat in seiner Karriere immer wieder bewiesen, dass ihm schwierige Transformationen gelingen. Bei der auf mexikanisches Essen spezialisierten Kette war ihm die Wende geglückt, ebenso wie zuvor beim Konkurrenten Taco Bell. Die Chipotle-Aktie ist eine der erfolgreichsten im S&P 500 und hat in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 50 Prozent zugelegt.
Chipotle ist eines der wenigen Fast-Food-Unternehmen, die trotz eines schwierigen Verbraucherumfelds ein starkes Wachstum verzeichnen. Niccol hat es zudem geschafft, die Wartezeiten für die Kunden deutlich zu reduzieren.
Genau das ist eines der Probleme von Starbucks. Kunden der Kaffeehauskette monierten, dass sie zuletzt immer länger Schlange stehen mussten. Grund sei, dass die Läden mit zu wenig Personal ausgestattet seien, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg im Mai berichtete. Narasimhan hatte angekündigt, die Prozesse verbessern und neue Geräte einsetzen zu wollen, um die Wartezeiten zu verkürzen.
Starbucks spürt zudem die Folgen der Inflation in den USA. Lange Zeit konnte die Kette ihre hohen Preise für Frappucinos und Lattes durchsetzen. Nun suchen sich Verbraucher zunehmend günstigere Alternativen oder trinken ihren Kaffee zu Hause.
Die Zahl der Kunden in den amerikanischen Kaffeehäusern ging im abgelaufenen Quartal erneut zurück, und zwar um sechs Prozent, wie der Konzern Ende Juli mitteilte.