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VartaVage Hoffnung treibt Aktie

Der schwäbische Batteriehersteller soll saniert werden. Die Varta-Aktie sei mittlerweile ein „Spielball von Spekulanten“, warnen Analysten - das belegt auch die jüngste Entwicklung. 13.08.2024 - 15:56 Uhr Artikel anhören
Über der Zentrale des Batterieherstellers Varta ziehen dunkle Wolken auf. Foto: Stefan Puchner/dpa

München. Vage Hoffnungen von Varta-Aktionären haben die Aktie des angeschlagenen schwäbischen Batterieherstellers nach oben getrieben. Die Papiere, die im Zuge der Sanierung wertlos werden sollen, schossen am Dienstag um 35 Prozent auf 4,89 Euro nach oben.

Die Aktionärsvereinigung DSW und die Restrukturierungsberatung One Square Advisors hatten von einem Vorschlag „der größten Gläubigergruppe“ berichtet, nach dem die Varta-Aktionäre anders als vom Unternehmen vorgeschlagen doch ein Bezugsrecht für eine Kapitalerhöhung bekommen könnten. Sie könnten dann nach dem Totalverlust wenigstens neue Papiere kaufen und damit von der erhofften Sanierung profitieren.

Die größten Gläubiger von Varta sind die Inhaber von Schuldscheinen. Wie viele von ihnen tatsächlich hinter dem Vorschlag stehen, ist Insidern zufolge unklar. Dass ihr Vorstoß zum Zuge komme, sei „äußerst unwahrscheinlich“, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Das sei alles „nur Geräusch“, sagte ein Analyst, der nicht genannt werden wollte. Die Varta-Aktie sei zum Spielball von Spekulanten geworden, erklärte Thomas Wissler von MWB Research.

Auch Warburg-Research-Analyst Robert-Jan van der Horst ist skeptisch: Die Varta-Aktionäre bekämen mit einem Bezugsrecht nur die Möglichkeit, an der Kapitalerhöhung einer wahrscheinlich nicht einmal börsennotierten Firma teilzunehmen. „Das Grundkapital wird trotzdem auf Null herabgesetzt.“

Zwei Vorschläge zur Sanierung werden diskutiert

Mit am Verhandlungstisch sitzen die Schuldscheingläubiger nach den Worten von drei Insidern nicht. Dort ringen der vom Unternehmen beauftragte Sanierer sowie Großaktionär Michael Tojner und Banken um eine Lösung, die die knapp 500 Millionen Euro Schulden von Varta drastisch drücken und fast 100 Millionen Euro frisches Eigenkapital in die Kassen spülen soll.

In dem vorinsolvenzlichen StaRUG-Verfahren, über das Varta saniert werden soll, können einzelne Gläubigergruppen auch überstimmt werden. Auf dem Tisch liegen zwei Vorschläge: einer von Tojner und dem Sportwagenbauer Porsche, der nach dem Kapitalschnitt als Minderheitsaktionär einsteigen und die Mehrheit am Geschäft mit Hochleistungsbatterien für Hybrid- und Elektroautos übernehmen würde.

Allein Tojner und Porsche bekämen danach das Bezugsrecht für neue Aktien. Der zweite Vorschlag kommt von den Gläubigerbanken und Hedgefonds, die sich in die Kredite eingekauft haben, und sieht vor allem neue Darlehen für Varta vor. Auch ein Kompromiss sei möglich, sagten mehrere Insider.

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Bei DSW und One Square haben sich inzwischen nach eigenen Angaben rund 2500 Varta-Aktionäre gemeldet, die sich im Tauziehen um die Sanierung von ihnen vertreten lassen wollen. One Square wollte sich darüber hinaus nicht äußern. Die DSW war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

rtr
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