Lego: Spielwarenhersteller wächst sprunghaft und hängt die Konkurrenz ab
München. Stein auf Stein: Das Prinzip von Lego ist seit mehr als 70 Jahren unverändert. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb geht es dem dänischen Familienunternehmen sehr viel besser als der Konkurrenz.
In den ersten sechs Monaten des Jahres ist der Umsatz des Spielwarenherstellers um 13 Prozent auf umgerechnet 4,15 Milliarden Euro in die Höhe geschnellt. Der Gewinn kletterte sogar um 16 Prozent auf 800 Millionen Euro, wie Lego am Mittwoch mitteilte.
Lego-Chef Niels Christiansen: „Wir haben unser solides finanzielles Fundament genutzt, um die Ausgaben für strategische Initiativen weiter zu erhöhen.“ Lego sei nicht nur zweistellig gewachsen. Vielmehr habe der Konzern auch den Anteil an nachhaltigen Materialien in den Produkten deutlich gesteigert.
Lego hat die Flaute des vergangenen Jahres damit überwunden. 2023 waren die Erlöse lediglich um zwei Prozent gestiegen. Doch auch damit standen die Skandinavier gut da, denn der weltweite Spielwarenmarkt ist um sieben Prozent eingebrochen.
Christiansen erklärt den Erfolg so: „Unser Portfolio ist nach wie vor für alle Altersgruppen und Interessen relevant, und dies führt zu einer erheblichen Nachfrage in allen Märkten.“
„Kernidee von Lego ist so aktuell wie eh und je“
Spielwarenhändler sehen das genauso. Das einfache Prinzip, Bauklötze aufeinanderzustapeln, komme nach wie vor gut an, sagt etwa Tobias Schonebeck, geschäftsführender Gesellschafter des Spielwarenhändlers Schäffer aus Osnabrück: „Die Kernidee ist genauso aktuell wie eh und je.“
Lego steht damit deutlich besser da als die großen Rivalen. So ist der Umsatz von Hasbro im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf rund 1,8 Milliarden Dollar eingebrochen. Zu Hasbro gehören Marken wie Monopoly, Nerf und Furby. Immerhin: Im selben Zeitraum des Vorjahrs hatte der Konzern noch tiefrote Zahlen ausgewiesen. Jetzt verbuchten die Amerikaner einen Gewinn von knapp 200 Millionen Dollar.
Bei Barbie-Produzent Mattel sind die Erlöse um ein Prozent auf etwa 1,9 Milliarden Dollar gesunken. Einen Verlust wie im Vorjahr konnte die US-Firma knapp vermeiden: Der Gewinn betrug rund 29 Millionen Dollar – ein Bruchteil des Profits von Lego.
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Die Dänen haben eigenen Angaben zufolge allein im ersten Halbjahr 300 neue Sets mit den bunten Kunststoffklötzchen in die Läden gebracht. Zu den Bestsellern gehörte demnach die Serie „Icons“ mit anspruchsvollen Modellen etwa klassischer Fahrzeuge. Bei den Konsumentinnen und Konsumenten besonders gefragt gewesen seien auch die Reihen „City“, „Technic“, „Star Wars“ und „Harry Potter“.
Lego investiert in eigene Läden und Fabriken
Im Gegensatz zu den Wettbewerbern investiert Lego massiv in eigene Läden. So habe der Konzern dieses Jahr bereits 41 neue Geschäfte eröffnet. Insgesamt betreibt die Firma 1090 Stores.
Auch produziert Lego anders als die meisten Konkurrenten in eigenen Fabriken. Derzeit bauen die Dänen in Vietnam und den USA neue Werke. In Mexiko, Ungarn und China würden die Kapazitäten in der Fertigung erweitert, teilte das Unternehmen mit.
Den jüngsten Zahlen nach zu urteilen zahlt sich dieser Sonderweg für Lego aus. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr ist Spielwarenmarkt weltweit um ein Prozent geschrumpft.
Erstpublikation: 28.08.2024, 10:47 Uhr