Kuka-Eigentümer: Midea bereitet milliardenschweren Börsengang vor
Hongkong. In Hongkong könnte im September der größte Börsengang seit mehr als drei Jahren bevorstehen. Das berichtet der Finanznachrichtendienst Bloomberg am Montag.
Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea will laut Börsendokumenten 492,1 Millionen Aktien zu einem Preis von 52 bis 54,8 Hongkong-Dollar ausgeben. Er strebt damit einen Gesamterlös von umgerechnet rund 3,16 Milliarden Euro an. Die Firma ist bereits an der Börse Shenzhen gelistet.
Es wäre der größte Börsengang in Hongkong, seit im Mai 2021 der chinesische Logistikableger des Handelskonzerns JD.com umgerechnet 3,26 Milliarden Euro erlöste. Am 13. September will Midea den Ausgabepreis der Aktie endgültig festlegen, der Börsengang selbst ist für den 17. September geplant.
18 so genannte „Cornerstone-Investoren“, die ihre Aktien mindestens sechs Monate halten müssen, sollen bereits zugesagt haben, Midea-Aktien im Wert von 1,14 Milliarden Euro zu kaufen, berichtet Bloomberg. Ein Drittel der Aktien wäre damit schon vergeben. Zu diesen Investoren zählen unter anderem die chinesische Reederei Cosco und die Vermögensverwaltung der Schweizer Großbank UBS.
Für den Handelsplatz Hongkong wäre der Börsengang ein wichtiger Impuls. Im bisherigen Jahr wurden dort nur 2,26 Milliarden Euro bei Börsengängen eingenommen, 2020 waren es noch rund 45 Milliarden Euro.
Midea, 1968 gegründet, ist Chinas größter Hersteller von Haushaltsgeräten. Weltweit ist das Unternehmen mit Marken wie Midea, Comfee, Eureka und Little Swan bekannt. 2016 hatten die Chinesen die Haushaltsgeräte-Sparte des japanischen Konkurrenten Toshiba übernommen. Auch die deutsche Roboterfirma Kuka gehört dem chinesischen Konzern.
Im ersten Halbjahr war der Nettogewinn von Midea um 14 Prozent auf 20,8 Milliarden Yuan (2,65 Milliarden Euro) gestiegen und hatte damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Auch den Umsatz konnten die Chinesen um zehn Prozent auf 217 Milliarden Yuan (27,6 Milliarden Euro) steigern. Der Aktienkurs des Unternehmens in Shenzhen hat in diesem Jahr um 15 Prozent zulegt.