Strom: Tennet prüft offenbar Börsengang der deutschen Tochter
Frankfurt. Der niederländische Stromnetzbetreiber Tennet lässt einem Zeitungsbericht zufolge einen Börsengang seiner deutschen Tochter überprüfen. Tennet habe Banker von Goldman Sachs, Morgan Stanley, ABN Amro und Deutsche Bank mit der Planung einer möglichen Aktienplatzierung betraut, berichtete die „Financial Times“ am Montag.
Die deutsche Tochter könnte dabei mit mehr als 20 Milliarden Euro bewertet werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf eine mit der Situation vertraute Person. Im Sommer war nach jahrelangen Verhandlungen der Versuch gescheitert, den deutschen Tennet-Teil an den Bund zu verkaufen. Die Bundesregierung habe diesen Schritt bei der niederländischen Regierung mit Haushaltsproblemen begründet, meldete das Unternehmen.
Derzeit gehören die deutschen Tennet-Netze zu 100 Prozent dem niederländischen Staat. Der will sich angesichts eines zu erwartenden Investitionsbedarfs von mehr als 100 Milliarden Euro in den kommenden Jahren allerdings von diesem Engagement trennen.
Bislang stützt die niederländische Regierung Tennet mit frischen Krediten. Im vergangenen Monat hatte sie angekündigt, Tennet neben den bereits garantierten Geldern ein „zusätzliches Überbrückungsdarlehen“ in Höhe von 2 Milliarden Euro für 2025 und 17 Milliarden Euro für 2026 zur Verfügung zu stellen. Zugleich nannten der Finanzminister der Niederlande, Eelco Heinen und die Klimaministerin Sophie Hermans den privaten Verkauf von Anteilen oder einen Börsengang als Option, um das Finanzierungsproblem zu lösen.