Krieg: Wie Autokraten den Westen bekämpfen
Düsseldorf. Es ist der Herbst des Jahres 2023, als ein Reigen des Schreckens die Welt erschüttert. Ein Reigen, der vermutlich nicht orchestriert ist und dessen einzelne Teile doch in einem Zusammenhang stehen.
Zwischen Ende September und Anfang Oktober können sich erstmals seit dem russischen Überfall auf die Ukraine weder der US-Kongress noch die europäischen Partner auf eine Fortsetzung der Waffenlieferungen an die Ukraine einigen. In diese Selbstbeschäftigung, manche würden auch sagen Selbstschwächung, des Westens stoßen eine Reihe verstörender Taten:
- Am 7. Oktober überfällt die vom Iran gepäppelte Hamas Israel, schlachtet Zivilisten ab, nimmt andere gefangen.
- Die ebenfalls vom Ajatollah-Regime in Teheran unterstützten Huthi-Terroristen aus dem Jemen feuern auf westliche Frachtschiffe im Roten Meer.
- Der aserbaidschanische Diktator Ilham Alijew überfällt in dieser Zeit die zwischen seinem Land und Armenien umkämpfte Region Bergkarabach und besetzt diese dauerhaft.
- Und der venezolanische Herrscher Nicolas Maduro besetzt eine zu Guyana gehörende Insel.
Es gibt keinerlei Belege, dass diese Ereignisse einem zuvor erstellten Regieplan folgten. Ihr zeitlicher Zusammenhang weist aber auf einen neuen Mechanismus in der Geopolitik hin: Autokratische Herrscher weltweit schauen gezielt auf Schwächephasen des Westens, provozieren sie auch aktiv und nutzen diese dann für ihre eigenen Ziele. Nach der Logik: Wer gerade die Huthis im Roten Meer bekämpft, kann nicht auch noch die Ukraine verteidigen. Wer Israel unterstützen muss, kann sich nicht auch noch um Bergkarabach oder Guyana kümmern.