US-Experte: „Europa ist etwa 20 Jahre in Rückstand geraten“
Professor Mead, wie sehen Sie die zukünftige Rolle der USA in der Welt?
Aus Sicht der US-Politik ist es sehr schwer zu sagen, wir ignorieren bestimmte Regionen. Ich denke, wir werden weiterhin eine globale Strategie haben, aber wir werden zunehmend versuchen, das Ganze so günstig wie möglich zu tun. Das bedeutet, Verbündete und Partner in anderen Teilen der Welt zu finden, die ihren Teil der Welt ähnlich sehen wie wir.
Was bedeutet das für Europa?
Das hängt davon ab, wie Europa über Putin denkt und vielleicht auch über mögliche Bedrohungen aus dem Nahen Osten. Wenn Europa Russland nicht als großes Problem ansieht, dann wird Europa wahrscheinlich nicht versuchen, sich selbst zu verteidigen. In diesem Fall müssten sich die USA darauf einstellen. Aber wenn Europa zu dem Schluss kommt, dass es seine Ressourcen effektiver mobilisieren und entschiedener handeln muss, dann glaube ich, werden die USA Europa als einen zentralen Partner betrachten.
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