Robert Habeck: Der Zwölf-Prozent-Kanzlerkandidat
Berlin. Robert Habeck trägt ein schwarzes Sweatshirt, hat die Ärmel hochgekrempelt, die Hände ineinander gelegt. Er spricht in die Kamera, neun Minuten lang. Und verkündet seinen Lebenstraum: „Ich bewerbe mich als Kandidat von den Grünen – für die Menschen in Deutschland.“
Hier, Freitagvormittag, an einem Küchentisch irgendwo in Berlin, kommen zwei Dinge zusammen, die eigentlich nicht zusammenpassen. Eine große Krise und noch größere Ambitionen.
Robert Habeck hat alles erreicht, was er immer wollte. 2021 schnappte ihm Annalena Baerbock die Kanzlerkandidatur weg. Jetzt ist er dran. Doch am Ende steht er möglicherweise vor dem Nichts. Der Ausruf des Maximalziels könnte im Fall einer Niederlage sein vorläufiges politisches Ende bedeuten.
Das Risiko ist kaum ermesslich. Im jüngsten ARD-Deutschlandtrend stehen die Grünen bei miserablen zwölf Prozent. Der Wirtschaftsminister ist in den Beliebtheitswerten abgestürzt. Seine Partei ist nach den Rücktritten des gesamten Vorstands mitten im Umbruch. Und um all das zu reparieren, hat Habeck wegen des Scheiterns der Ampel maximal ein paar Monate Zeit.