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AtomkraftIAEA-Chef findet Rückkehr zu Atomkraft „logisch“ – Eon will keine Reaktivierung von Atomkraftwerken

Im vergangenen Jahr ist das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz gegangen. Auf der UN-Klimakonferenz in Baku nennt der Chef der IAEA einen Ausstieg „eine sehr schlechte Idee“. 14.11.2024 - 12:01 Uhr Artikel anhören
Rafael Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) in Wien: Er sieht Deutschland in der Atompolitik isoliert. Foto: REUTERS

Baku. Eine Rückkehr Deutschlands zur Kernkraft wäre nach den Worten des Chefs der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, „logisch und rational“. Die Bundesrepublik sei weltweit das einzige Land, das vollständig aus der Atomenergie ausgestiegen sei, sagte er auf der UN-Klimakonferenz in Baku.

Andere Staaten, die dies angekündigt hätten, ruderten inzwischen wieder zurück. Er sei „nicht überrascht“, dass nun deutsche Parteien eine Rückkehr zur Atomenergie fordern.

Einen vollständigen Atomausstieg hat vor gut 30 Jahren auch Italien durchgeführt, doch bereitet die aktuelle, rechte Regierung den Betrieb neuer Atomkraftwerke vor. Spanien und Taiwan haben ebenfalls den Atomausstieg beschlossen.

Grossi verwies darauf, dass Atomkraftwerke quasi keine klimaschädlichen Treibhausgase ausstoßen. Für den Planeten wäre es daher „eine sehr schlechte Idee“, die Atomenergie abzuschaffen.

„Deshalb wollen Länder, die Atomenergie haben, mehr Atomenergie. Und viele Länder, die keine Atomenergie haben, wollen Atomenergie. Es gibt nur ein Land, Deutschland, das sich vollständig zurückgezogen hat - es ist das einzige", sagte Grossi.

Union stieg aus der Atomkraft aus

CDU und CSU im Bundestag hatten erst vergangene Woche das Abschalten der letzten Kernkraftwerke zum 15. April 2023 mitten in der Energiekrise eine ideologisch motivierte Fehlentscheidung der Ampel-Regierung genannt. Es brauche nun eine Bestandsaufnahme, ob eine Wiederaufnahme des Betriebs „unter vertretbarem technischem und finanziellem Aufwand“ noch möglich ist. Nach der Atomkatastrophe in Fukushima war es jedoch Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die den Atomausstieg eingeleitet hatte.

Grossi betonte, dass er den deutschen Atomausstieg nicht selbst als Fehler einstufen wolle. „Ich stelle die demokratisch getroffenen Entscheidungen unserer Mitgliedsstaaten nicht infrage.“

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dpa
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