Cyberangriffe: Digitalisierung macht den Gesundheitssektor angreifbarer
Düsseldorf. Die Bedrohung durch Cyberangriffe wächst rasant, und der Gesundheitsbereich ist besonders gefährdet. Das zeigt der jüngste Lagebericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Demnach wurden im Jahr 2024 bereits 141 Vorfälle in Einrichtungen des Gesundheitswesens gemeldet, die zur sogenannten kritischen Infrastruktur (KRITIS) zählen. Im Vergleichszeitraum 2023 waren es 132. Das macht deutlich, wie anfällig dieser Sektor ist.
Insbesondere die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen, etwa durch die Einführung der elektronischen Patientenakte oder des E-Rezepts, stellt vor neue Herausforderungen. Bei der Vorstellung des Berichts sagte BSI-Präsidentin Claudia Plattner: Den Gesundheitsbereich mache es allein schon zu einem „superkritischen Sektor“, da es um Menschen gehe.
Das BSI prüfe die Sicherheitskonzepte und Infrastrukturen solcher Projekte. Plattner hob hervor, dass Cyberangriffe auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur nicht nur wirtschaftliche Schäden verursachen, sondern auch die Versorgung der Bevölkerung gefährden können.
Der Lagebericht zeigt eine deutliche Zunahme der Gefährdungslage. Insgesamt meldeten KRITIS-Betreiber 726 Vorfälle – ein Anstieg um etwa 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Betroffen sind neben dem Gesundheitssektor auch Energieversorgung, Verkehr und Telekommunikation. Die Bundesregierung hat zwar ein Gesetz zur besseren Absicherung kritischer Infrastrukturen auf den Weg gebracht, es aber noch nicht verabschiedet.