Batteriehersteller: Northvolt erwägt offenbar Gläubigerschutz nach US-Recht
Stockholm. In den Verhandlungen über eine Rettung des angeschlagenen schwedischen Batteriezellherstellers Northvolt ist Insidern zufolge auch über einen Gläubigerschutz nach US-Recht gesprochen worden. Das sei eine von mehreren Optionen für das Unternehmen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Einer der Insider sagte, die Gespräche über eine Finanzierung des Unternehmens seien fortgesetzt worden, trotz zunehmender Schwierigkeiten in den vergangenen Wochen.
Ein Northvolt-Sprecher lehnte eine Stellungnahme dazu ab, ob das Unternehmen Gläubigerschutz in den USA erwäge. „Seit Beginn der strategischen Überprüfung haben wir stets verschiedene Optionen besprochen, und das hat sich im Laufe des Prozesses nicht geändert“, sagte er. „Wir werden die Ergebnisse kommunizieren, sobald wir eine Lösung haben, und den Dialog mit unseren Teilhabern fortsetzen.“
Die schwedische Wirtschaftszeitung „Dagens Industrie“ hatte am Donnerstagabend unter Berufung auf Insider berichtet, dass Northvolt über einen Gläubigerschutz nach Chapter 11 nachdenke, um seine Finanzen wieder in den Griff zu bekommen. Northvolt benötigt derzeit dringend Geld und arbeitet seit mehreren Wochen mit seinen Investoren an einem Rettungspaket.
US-Gläubigerschutz würde Northvolt den finanziellen Neustart erleichtern
Der Zeitung zufolge waren die Gespräche, an denen Investoren, Kreditgeber und der Kunde Scania beteiligt waren, in der vergangenen Woche ins Stocken geraten. In dieser Woche kamen Insidern zufolge die Investoren zu neuen Gesprächen zusammen.
Das Sanierungsverfahren nach Kapitel 11 (Chapter 11) des US-Insolvenzrechts schützt das Unternehmen für eine gewisse Zeit vor dem Zugriff seiner Gläubiger und erleichtert damit den finanziellen Neustart. Unternehmen werden einem Insolvenzgericht unterstellt, sie können aber ihre Geschäfte weiterführen und auch das Management bleibt im Normalfall im Amt.
Während der Sanierungszeit dürfen Gläubiger nicht versuchen, ihre Forderungen geltend zu machen. In der Vergangenheit haben eine Reihe von großen Unternehmen diese Möglichkeit genutzt, um sich aus einer schwierigen Lage zu befreien, darunter die skandinavische Fluggesellschaft SAS oder der US-Autohersteller General Motors.
Während der Sanierungszeit dürfen Gläubiger nicht versuchen, ihre Forderungen geltend zu machen. In der Vergangenheit haben eine Reihe von großen Unternehmen diese Möglichkeit genutzt, um sich aus einer schwierigen Lage zu befreien, darunter die skandinavische Fluggesellschaft SAS oder der US-Autohersteller General Motors.
Wegen wegbrechender Aufträge und Problemen beim Hochfahren der Produktion hatte der Konzern zuletzt seine Ausbaupläne massiv eingedampft. Northvolt, geführt vom ehemaligen Tesla-Manager Peter Carlsson, will die weltweit umweltfreundlichsten Batterien produzieren. Doch Produktionsprobleme bremsen das Unternehmen aus.