Geldanlage: Ist der Bitcoin das neue Gold?
Frankfurt. Die Preise für Gold und Bitcoin sind ein Indiz dafür, dass es um das Vertrauen der Anleger in das Weltfinanzsystem schlecht bestellt ist: Sowohl das Edelmetall als auch die Kryptowährung haben in diesem Jahr zahlreiche neue Rekordhochs markiert, Gold bei über 2700 Dollar pro Feinunze (rund 31,1 Gramm), Bitcoin bei über 100.000 Dollar.
Beide Anlageklassen gelten als Möglichkeit, Vermögen außerhalb des traditionellen Finanzsystems aufzubewahren. Der Grund ist laut Harald Steinbichler vom Vermögensverwalter Axessum, der sowohl in Bitcoin als auch in Edelmetall investiert: „Gold ist niemanden anderes Schuld.“ Wer Gold physisch halte, habe kein Gegenparteirisiko, laufe also nicht Gefahr, dass eine andere Partei den Zugriff auf den Vermögenswert verweigert. „Für Bitcoin trifft das ebenfalls zu.“
Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Bargeld sind dagegen stets Beteiligungen an oder Forderungen gegenüber einer dritten Partei, entweder Unternehmen oder Staaten. Die steigenden Preise für Gold und Bitcoin deuten darauf hin, dass immer mehr Anleger zumindest einen Teil ihres Vermögens verwahren wollen, ohne ein solches Gegenparteirisiko einzugehen. Doch welche Anlageklasse eignet sich für wen? Und läuft das digitale Gold dem physischen Edelmetall bald den Rang ab?