USA: Trumps Amtseinführung euphorisiert die internationale Rechte
Washington. Fast vier Minuten lang lässt sich Steve Bannon über Deutschland aus, während Dutzende Handykameras auf ihn gerichtet sind. Der frühere Chefstratege von Donald Trump prangert die „industrielle Todesspirale“ an, in die die aktuelle Bundesregierung Deutschland mit ihrer „radikalen Politik“ und dem „Wahnsinn der Netto-CO2-Neutralität“ getrieben habe.
Der Anlass für Bannons Tirade: Am Wochenende war bekannt geworden, dass der deutsche Botschafter in Washington, Andreas Michaelis, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in einer internen Analyse vor der am Montag beginnenden Präsidentschaft Trumps gewarnt hatte.
Bannon, der jahrelang an Trumps Seite stand und maßgeblich zum Erfolg von dessen erstem US-Wahlkampf beitrug, hat dafür nur Verachtung übrig. „Die Deutschen sollten diese Penner“ – in seiner Muttersprache verwendet er das englische Wort „bums“ – „einfach rausschmeißen“, sagte er dem Handelsblatt am Sonntag. „Deutschland kann nur gerettet werden, wenn die Alternative für Deutschland die Wahl gewinnt.“
Die Umstehenden, die zu einem Empfang Bannons in der Nähe des Kapitols in Washington gekommen sind, saugen jedes Wort auf. Vor allem mehrere Politiker der AfD, die zur Amtseinführung von Trump in die US-Hauptstadt gereist sind.