Niall Ferguson: „Deutschland ist in zweite Liga der Wirtschaft abgestiegen“
London. Niall Ferguson hat Donald Trump einmal einen „Möchtegern-Tyrannen“ genannt. Heute denkt der konservative Wirtschaftshistoriker anders über den US-Präsidenten und hat ihn bereits auf seinem Anwesen in Mar-a-Lago besucht. „Der richtige Kandidat hat gewonnen“, sagt der gebürtige Schotte, der an den Eliteuniversitäten Harvard und Stanford lehrt, „und wir müssen Donald Trump mit all seinen Fehlern akzeptieren“.
In der Wirtschaftspolitik erkennt der Historiker bei Trump eine Mischung aus Ideen von Ronald Reagan und William McKinley, der Ende des 19. Jahrhunderts als US-Präsident mit Strafzöllen und Gebietsansprüchen Amerika regierte. Für Deutschland sei Trump aber nicht das richtige Vorbild, sagt Ferguson, der in Hamburg studiert hat und das Land gut kennt.
Für die „selbstgefällige Lähmung“ Deutschlands macht er vor allem Angela Merkel verantwortlich. Den Deutschen empfiehlt Ferguson, schnell aufzurüsten. „Das würde Deutschland nicht nur strategisch unabhängiger von den USA machen, sondern auch für einen Wachstumsschub sorgen.“ Die AfD werde die Probleme nicht lösen.