Baufinanzierung: Deutsche Bank stampft Baufinanzierungstochter DSL Bank ein
Frankfurt. Die Deutsche Bank stoppt das Neugeschäft ihrer Marke DSL Bank. Baufinanzierungen gebe es künftig nur noch unter den Marken Deutsche Bank und BHW, teilte das Institut am Freitag mit. Konsumentenkredite, die es bislang ebenfalls unter der Marke DSL Bank gab, würden im Laufe des Jahres nur noch von Deutscher Bank, Postbank und Norisbank angeboten.
Für Kunden mit Bestandsverträgen der DSL Bank ändere sich nichts, schreibt die Deutsche Bank. Die Verträge liefen unverändert fort und könnten auch weiterhin verlängert werden.
Die Bank will mit ihrem Schritt die Kosten senken und effizienter werden. „Die Maßnahmen entsprechen unserem Ziel, die Profitabilität und die Kapitaleffizienz der Privatkundenbank weiter zu erhöhen“, sagte der für das breite Privatkundengeschäft in Deutschland zuständige Manager des Instituts, Dominik Hennen.
Hennens Hinweis auf die Kapitaleffizienz spielt auf die Geschäftsstrategie der DSL Bank an. Diese hatte viel Geschäft über Vermittlungsplattformen angenommen. Dafür musste sie Finanzkreisen zufolge mehr Eigenkapital als Sicherheit zurücklegen als für Kredite, die die Deutsche Bank oder deren Bauspartochter BHW in der Regel vergeben.
Da die über Plattformen vermittelten Kunden die DSL nur wegen der Baufinanzierung ansteuerten, konnte die Bank mit ihnen auch kaum Zusatzgeschäft abschließen. Deshalb waren sie auch weniger profitabel.
Privatkundensparte soll effizienter werden
Seit einiger Zeit ist die Deutsche Bank generell selektiver bei ihren Geschäften und bemüht sich, ihr Eigenkapital möglichst sparsam einzusetzen. Mit dieser Strategie will sie erreichen, mehr Gewinn aus ihrem vorhandenen Eigenkapital zu erwirtschaften.
Die Bank will außerdem ihre Privatkundensparte stärker digitalisieren und so auch effizienter machen. Unter anderem will sie das relativ kleinteilige Geschäft ohne Sicherheiten deutlich standardisierter abwickeln. „Dazu gehören Kredite für Modernisierungen oder energetische Sanierungen“, so die Deutsche Bank. Auch dadurch, dass die Bank nun eine ihrer Produktmarken – in dem Fall die DSL – nicht mehr fortführt, wird ihr Geschäft weniger komplex.
Die Einstellung der Marke DSL Bank dürfte Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze haben. Es gibt zwar keine spezifischen DSL-Beschäftigten, aber Angestellte, die einen Teil ihrer Arbeitskraft dieser Marke widmen. „Zu den Auswirkungen der geplanten Veränderungen hat die Bank Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen“, teilte das Institut mit. Wie viele Jobs betroffen sind, sagte das Institut nicht.