Geopolitik: Grönland protestiert gegen Dänemark, nicht gegen Trump
Nuuk. Es ist ein bitterkalter Donnerstag in der grönländischen Hauptstadt Nuuk: Minus 13 Grad, und ein eisiger Wind fegt durch die Straßen. Doch trotz der klirrenden Kälte versammeln sich rund 300 Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude, um gegen die aus ihrer Sicht bestehende Diskriminierung durch Dänemark zu protestieren. Mit Trommeln und Sprechchören fordern sie ein Umdenken in Kopenhagen.
Unter ihnen ist auch Grönlands Regierungschef Múte B. Egede, ein Befürworter einer geordneten Loslösung von Dänemark. Die Parlamentswahl am 11. März bot hm die Gelegenheit, sich erneut als Vorkämpfer für die grönländische Unabhängigkeit zu positionieren.
„End colonialism, end the genocide“ („Schluss mit Kolonialismus, Schluss mit dem Völkermord“) steht auf einem Plakat, während ein anderes die Botschaft trägt: „Indigenous rights are human rights“ („Indigene Rechte sind Menschenrechte“).
Auch das Ehepaar Ann-Britta und Rasmus Olsvig ist unter den Demonstranten. „Es gibt einen strukturellen Rassismus seitens der Dänen“, klagt Rasmus Olsvig und nennt als Beispiel die getrennte Schulbildung für grönländische und dänische Kinder. „Viele dänische Eltern wollen nicht, dass ihre Kinder mit grönländischen gemeinsam zur Schule gehen.“