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Morning Briefing PlusDie Hidden Champions des Handelsblatts

Wenn eine Nachricht die andere jagt und im Newsroom leise Hektik ausbricht, sorgen Kollegen dafür, dass die Qualität unserer Arbeit gewahrt bleibt. Ein Blick hinter die Redaktionskulissen.Martin Knobbe 08.03.2025 - 08:46 Uhr Artikel anhören
Martin Knobbe, stellvertretender Chefredakteur beim Handelsblatt. Foto: Handelsblatt

Liebe Leserinnen und Leser,

den Begriff Hidden Champions gibt es seit 35 Jahren, erstmals soll er in der „Zeitschrift für Betriebswirtschaft“ erwähnt worden sein: Er beschreibt bedeutende Unternehmen, die führend in ihrem Bereich, aber in der Öffentlichkeit so gut wie nicht bekannt sind.

Auch wir beim Handelsblatt haben Hidden Champions: Kolleginnen und Kollegen, die kaum namentlich in der Öffentlichkeit auftauchen, aber mit ihrer Expertise dafür sorgen, dass die Qualität unseres Angebots in Text, Bild und Ton so hoch wie möglich ist. Darunter sind Grafiker und Layouter, Fotoredakteure und Bildbearbeiter, Producer oder IT-Techniker, Redaktionsassistenten und Studenten.

Oder jene Kollegen, die sich um die Qualitätssicherung für unsere Texte kümmern.

13 Redakteure arbeiten im Redigierteam des Handelsblatts, durch ihre Hände gehen fast alle Texte, es dürften mehr als 50 am Tag sein. Sie achten auf sprachliche Präzision und Verständlichkeit, auf einen stringenten Aufbau der Geschichte, sie überprüfen aber auch, ob Fakten und Schlussfolgerungen plausibel sind – ein Job, der in der Welt der „alternativen Fakten“ immer wichtiger wird.

Morgenkonferenz beim Handelsblatt: Viele Kolleginnen und Kollegen tauchen namentlich in der Öffentlichkeit kaum auf. Foto: König + Neurath

Hinzu kommen sieben Kolleginnen und Kollegen, die nach dem Redigat den Text Korrektur lesen, letzte Tipp- und Grammatikfehler entdecken, Schreibweisen vereinheitlichen oder den einen oder anderen Flüchtigkeitsfehler ausbessern, falls etwa doch mal jemand Bernd statt Björn Höcke schreibt.

In der Hektik des journalistischen Geschäfts rutscht uns trotz der Absicherung durch die großartigen Kollegen der eine oder andere Fehler noch immer durch. Aber ohne sie wären es viel, viel mehr.

Warum ich Ihnen das schreibe?

In unserem Düsseldorfer Newsroom sind die Zeiten derzeit turbulent, gerade in der zu Ende gehenden Woche habe ich das gespürt. Da treffen die künftigen Regierungsparteien historische Entscheidungen in der Finanzpolitik, da bewegt sich der Krieg in der Ukraine auf eine extrem kritische Phase zu. Und sobald in Washington D.C. die Sonne aufgeht, erreichen uns neue Meldungen vom Disruptor Trump im Minutentakt. Entsprechend hoch ist unser Output an News, Analysen, Reports, Interviews und Kommentaren.

Handelsblatt-Zentrale in Düsseldorf: Unsere Hidden Champions sorgen dafür, dass Sie sich auf hohes Qualitätsniveau verlassen können. Foto: König + Neurath

In diesen Tagen, in denen der Nachrichtenstrom immer breiter, tiefer und reißender wird, bin ich für unsere Hidden Champions extrem dankbar. Sie sind, um im Bild zu bleiben, die Felsen in der Brandung. Sie bewahren uns vor manch blödem Fehler oder textlicher Schwäche. Sie sorgen mit dafür, dass Sie sich als Leser auf ein hohes Qualitätsniveau unserer Geschichten verlassen können, selbst wenn es mal hektisch und chaotisch zugeht.

Damit unterscheiden wir uns von vielen anderen Medien auf dem Markt. Und damit garantieren wir für Sie, dass Qualitätsjournalismus nicht nur eine Floskel ist – sondern das Ergebnis harter Arbeit eines großen Teams.

Was uns diese Woche beschäftigt hat:

1. Ausgerechnet Friedrich Merz: Der Verteidiger der Schuldenbremse schafft sie im Namen der Verteidigung teilweise ab und setzt auf ein Multimilliarden-Schuldenpaket. Unsere Hauptstadtredaktion in Berlin hat recherchiert, was die politischen Folgen sein könnten: Ökonomen schlagen drastische Einsparungen vor, etwa Feiertage zu streichen und das Elterngeld abzuschaffen.

2. Am Anleihemarkt herrscht Goldgräberstimmung: Die Renditen für Bundesanleihen sind auf einem historischen Hoch. EZB-Chefin Christine Lagarde gibt sich gelassen, Kritiker warnen vor einer steigenden Inflation. Zu Recht? Meine Frankfurter Kollegen liefern Hintergründe zum historischen Ausverkauf.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde gibt sich trotz der Turbulenzen am Anleihemarkt gelassen. Foto: AP

3. Frankreichs Präsident Macron begrüßt den Vorstoß des künftigen deutschen Kanzlers für nukleare Abschreckung made in Europe. Kommt Deutschland unter den Atomschirm? Über die Grenzen der französisch-europäischen Solidarität schreibt unser Korrespondent Gregor Waschinski.

4. Wie wehrhaft aber ist Europa wirklich? Macron und Merz wollen das Verteidigungsloch stopfen, das Trump und die USA hinterlassen haben. Europa ist abhängig von Amerika, vor allem bei Kampfjets, Helikoptern und Satelliten. In unserem Freitagstitel schreibt ein Team aus Autoren, wie es um die Sicherheit in Europa bestellt ist, was mit den neuen Milliarden passieren muss und welche Unternehmen von der Krise profitieren.

Deutschland und die EU stehen vor einer nie da gewesenen Aufrüstung. Foto: Mona Eing & Michael Meissner

5. Ein olivgrünes Wirtschaftswunder: Die neuen, schuldenfinanzierten Investitionen kommen vor allem der Rüstungsindustrie zugute. Für Rheinmetall und Co. ist es von Interesse, wenn Europa sich von US-Rüstungsgütern emanzipiert. Auch andere Sektoren haben in Kriegszeiten ökonomisch gesehen Grund zur Zuversicht: Mein Kollege Julian Olk hat mit Expertem, Ökonomen und Unternehmern darüber gesprochen, wer die Nutznießer sein könnten.

6. Die Beraterszene ist unter Trump-Druck: Die Regenbogenkultur hat unter dem neuen US-Präsidenten ausgedient, Accenture und KPMG etwa passen sich der neuen Leitkultur aus Washington bereits an. Andere halten an Diversitätsprogrammen fest. Noch. Auch dort gibt es Überlegungen, die strategische Ausrichtung zu ändern. Tanja Kewes und Bert Fröndhoff haben die Einblicke.

Diversität: US-Präsident Donald Trump hat einen Tag nach Amtsantritt verordnet, entsprechende Initiativen in Bundesbehörden zu beenden. Foto: Unsplash

7. Neben der Aufnahme von Schulden muss die neue Bundesregierung sich vor allem um Strukturreformen kümmern. Arbeitgeberpräsident Dulger erinnert Union und SPD daran, die Sozialabgaben zu senken, um Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ohne Reformen könnte die Belastung für Arbeitnehmer und Unternehmen die 50-Prozent-Marke überschreiten. Frank Specht berichtet, wie konkret eine Senkung der Beiträge funktionieren könnte.

8. Veronika Rost verkauft eine alte Volksdroge: Nikotin. Doch die Chefin von Philip Morris Deutschland setzt auf rauchfreie Alternativen wie Tabakerhitzer – um Raucher zu entwöhnen, wie sie sagt. Experten warnen vor den Risiken der elektrischen Alternativen. Wie und ob Philip Morris wirklich für eine rauchfreie Zukunft kämpft, hat Thorsten Firlus für unsere Wochenendausgabe aufgeschrieben.

Veronika Rost ist Chefin von Philip Morris in Deutschland. Und Nichtraucherin. Foto: Philip Morris

9. Kokain wird indessen zur neuen Volksdroge. Der Kokainkonsum steigt in Deutschland rapide, gefördert durch gesunkene Preise und leichte Verfügbarkeit. Konsumenten aus allen Schichten nutzen die Droge zur Leistungssteigerung und zur Stressbewältigung. Experten fordern stärkere Suchtprävention. Doch ist unsere Gesellschaft bereit hinzuschauen? Lesen Sie einen spannenden Report aus dem dunklen Markt der Drogen.

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Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Bleiben Sie zuversichtlich!

Herzlichst,

Ihr Martin Knobbe

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