Immobilien: Wenn der Hausverwalter die Rücklagen verzockt
Düsseldorf, Berlin. Mit dem Kauf der eigenen Wohnung wollte Alex Eckhardt seine Zukunft finanziell absichern. Im März 2022 erwarb der 29-Jährige in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Mölln eine knapp 60 Quadratmeter große Zwei-Zimmer-Wohnung. Doch statt ein Gefühl der Sicherheit zu verbreiten, macht ihm die Immobilie nun finanzielle Sorgen.
Er habe rund 6000 Euro als Rücklage für die Instandhaltung an die Hausverwaltung Kallmeyer & Nagel (K&N) aus Hamburg gezahlt. „Das Geld ist weg“, sagt Eckhardt. „Die Hausverwaltung hat das Geld hinter meinem Rücken zweckentfremdet.“ Sollten in nächster Zeit Reparaturen anfallen, muss Eckhardt dafür zahlen.
Alle 56 Parteien in Eckhardts Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) in mehreren Gebäudekomplexen sind betroffen. Sie haben insgesamt 350.000 Euro an Rücklagen verloren.
Die Möllner Immobilienbesitzer gehören zu den Tausenden Wohnungseigentümern, die viele Millionen Euro an Rücklagen verloren haben. Zwei große Hausverwaltungen haben bereits Insolvenz angemeldet. Ebenfalls pleite ist die Deutsche Rücklagen GmbH in Frankfurt, in deren Anleihen die Hausverwaltungen die Rücklagen investiert hatten.