Bayer-Chef: „Amerika hat ein gewichtiges Argument“
Leverkusen. Bayer-Chef Bill Anderson warnt im Interview mit dem Handelsblatt vor den Folgen möglicher US-Strafzölle auf Pharmaprodukte. Diese sind zwar bislang ausgenommen aus den Plänen von Donald Trump, doch gleichzeitig droht der US-Präsident mit „erheblichen Zöllen“ auf Arzneimittelimporte. Anderson setzt auf eine Verhandlungslösung.
Die Pharmaproduktion mache nur einen Teil der Wertschöpfung eines Arzneimittels aus. Der Großteil „entsteht in der Forschung und Entwicklung – und hier insbesondere in den USA“, sagt Anderson. Europa sollte die Argumente der Vereinigten Staaten ernst nehmen: An dem Vorwurf, dass amerikanische Verbraucher Fortschritt und Innovation in der Medizin finanzieren, sei etwas dran.
Mit „Discountpreisen für Medikamente“ könne Deutschland die Forschung und Entwicklung von Medikamenten nicht ausbauen. Anderson schließt nicht aus, dass Bayer gezwungen sein könnte, seine Produktion in den USA auszubauen.
Vor der Hauptversammlung Ende kommender Woche spricht er zudem über die Ziele des Leverkusener Konzerns und den Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat in den USA. Anderson bringt dabei den Ausstieg aus der Produktion auf – wenn die USA nicht für rechtliche Sicherheit sorgen.